Gibt es Hunde, bei denen der positive Ansatz beim Alleinbleiben nicht funktioniert?

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Du m├Âchtest deinem Hund das entspannte Alleinbleiben beibringen?

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Inhaltsverzeichnis

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge. In dieser Podcast-Folge m├Âchte ich mit dir einmal besprechen gibt es Hunde, bei denen der positive Ansatz keinen Sinn macht. Also gibt es Hunde, bei denen man aversiv arbeiten sollte, gibt es Hunde, die mal wissen m├╝ssen, wo der Hammer h├Ąngt beim Alleinbleiben, wo man mit Fisherdiscs zum Beispiel arbeiten sollte. Den man Schl├╝ssel vor die Pfoten schmei├čt, damit sie aufh├Âren zu bellen. Gibt es diese Hunde wirklich? Weil ich teile ja auf Instagram einige Reels und bekomme da dann eben auch solche Kommentare, dass eben der Ansatz nicht zu verallgemeinern ist. Man kann das nicht auf jeden Hund ├╝berst├╝lpen und sagen, der ist allgemeing├╝ltig und grunds├Ątzlich bin ich nat├╝rlich auch der Meinung, dass ein Training immer sehr sehr individuell ist, gerade beim Alleinbleiben, das ist ein hochindividuelles Training. Aber ich m├Âchte mit dir jetzt einmal darauf schauen:

Kann man diesen positiven Ansatz, den ich eben mit meinem Training verfolge, verallgemeinern oder gibt es da auch Unterschiede?

Denn die Argumentation geht in die Richtung, dass Hund X Y vielleicht einfach mal ganz klare Ansagen braucht, um das Alleinbleiben zu tolerieren. Und dass man da mit dem positiven Ansatz eben nicht weit kommt. Und deshalb lasst uns doch einfach mal schauen, was bei Trennungsstress ├╝berhaupt so passiert, was da so im K├Ârper vorgeht und ob du mit dem positiven Ansatz diesbez├╝glich ├╝berhaupt etwas verkehrt machen kannst. Ob du vielleicht einen anderen Ansatz w├Ąhlen solltest oder ob der positive Ansatz da dann doch ganz gut funktioniert. Generell ist es ja so, dass der K├Ârper, auch der menschliche K├Ârper, aber auch der Hundek├Ârper ist immer in einem Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung.

Das hei├čt, wir haben Anspannung zum Beispiel in k├Ârperlich aktiven Phasen. Dein Hund l├Ąuft am Strand lang, das ist eine Anspannung im K├Ârper. Dann haben wir die Entspannung. Das hei├čt, der Hund ist wirklich entspannt, er ruht, er schl├Ąft. Damit meine ich nicht ein Liegen und total aufmerksam sein, sondern wirklich ein entspanntes Liegen, vielleicht auf der Seite liegen oder d├Âsen, also wirklich wo du siehst, okay, da der Muskeltonus ist entspannt, dein Hund ist entspannt, er ist ausgeglichen, er ist ruhig. Er chillt halt gerade wirklich. Und bei unseren Hunden finde ich, kann man das sehr, sehr gut erkennen, noch viel, viel besser als bei Menschen. Unser Tagesablauf ist ja so, wir stehen morgens auf und in der Regel sind wir dann immer in Gange. Und vernachl├Ąssigen auch manchmal unsere Ruhezeiten, was nicht so gut ist. Aber Hunde sind eigentlich ganz gut darin, sich diese Ruhezeiten zu nehmen und dieses Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung eben immer wieder zu durchlaufen.

Bei Hunden sind die Zyklen ja viel, viel k├╝rzer und sie haben ja viel mehr Ruhephasen am Tag, als wir Menschen, das hei├čt, du bist vielleicht mit deinem Hund drau├čen und er ist eben in einer totalen Anspannung. Alles ist sch├Ân oder vielleicht auch mal nicht so sch├Ân. Auf jeden Fall ist da eine gewisse Anspannung. Ihr kommt nach Hause und optimalerweise sagt dein Hund dann, Mensch, ich bin platt. Nach einer gewissen Zeit, nachdem er eben runtergekommen ist, ich lege mich hin, ich entspanne mich. Und bei Hunden sind diese Zyklen eben viel, viel k├╝rzer als bei Menschen. Bei uns ist es eben, dass wir die komplette Nacht schlafen oder da nat├╝rlich auch unsere Schlafzyklen haben, aber dass das so unsere Ruhezeit ist und tags├╝ber sind wir in der Regel aktiver und haben nicht so viele Ruhezeiten wie die Hunde. Und in diesen Phasen der Anspannung haben wir es eben auch h├Ąufig mit Stress zu tun und Stress hat immer so eine negative Behaftung, Stress ist aber nicht immer negativ.

Wir unterscheiden zwischen positivem Stress, das ist Eustress und negativen Stress, das ist Disstress.

Und Eustress kommt zum Beispiel vor, wenn du mit deinem Hund Dummy-Training machst, also bei Eustress ist der Hund in einer Position, wo er sich nicht langweilt.┬áDas w├Ąre zu wenig, aber wo er auch nicht so gestresst ist, dass er nicht mehr reagieren kann. Also nehmen wir mal ganz gerne ein menschliches Beispiel. Du lernst f├╝r dein Studium zum Beispiel und du kannst das alles schon. Dann bist du super gelangweilt, weil du denkst, okay, warum sitze ich hier, warum mache ich das? Wenn du da sitzt und du denkst ich schaffe das nicht, ich kann das nicht, verstehe das alles nicht, das ist jetzt Statistik und das ist ganz, ganz schwer und ich ich check’s einfach nicht, dann steigerst du dich immer weiter in den Stress rein und dann bist du auch nicht mehr im positiven Stress drin irgendwann. Wenn du allerdings in einer Zone bist, wo du denkst, okay, das ist krass anstrengend, das ist herausfordernd, aber irgendwie gleichzeitig cool. Wei├čt du, kennst du dieses Gef├╝hl, wenn du da sitzt und du bist auch so ein bisschen im Flow und es fordert dich, aber es ├╝berfordert dich nicht. Dann bist du im Eustress.┬áUnd Hunde sind zum Beispiel genauso im Eustress, wenn sie herausfordernde, aber eben und das ist ganz wichtig, machbare Aufgaben haben.

Das hei├čt, Dummy-Training finde ich, ist da ein ganz ganz gutes Beispiel f├╝r Eustress bei Hunden, die eben schon im Dummy-Training drin sind. Und das ist eben Stress, der auch gesund ist, also Stress ist nicht immer ungesund. Stress geh├Ârt dazu, wie gesagt, Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung. Das hei├čt, Stress ist auch gesund f├╝r den K├Ârper. Wichtig sind nat├╝rlich nachfolgende Ruhephasen und dass der K├Ârper auch wieder in die Entspannung kommt. Das hei├čt, es gibt auch zu viel Eustress. Das w├Ąre auch nicht das Ziel, dass du die ganze Zeit jetzt den ganzen Tag mit deinem Hund Dummy-Training machst, weil das ist Stress f├╝r deinen Hund. Das ist nicht das Ziel, sondern eben ganz ganz wichtig immer dieses Wechselspiel.

Dann gibt es eben auch den Disstress. Und Disstress ist negativer Stress.

Der kommt vor, wenn der Hund in einer Situation ist oder auch wir, wo wir uns nicht wohlf├╝hlen, wo wir merken, okay, hier kommt Stress hoch, hier kommt Druck hoch.┬áUnd da gibt es dann nat├╝rlich auch gewisse Stressreaktionen beim Hund. Da kannst du drau├čen zum Beispiel auch so die vier klassischen Stressreaktionen beim Hund beobachten. Das ist fight, flight, freeze oder flirt. Das hei├čt, der Hund kommt ins fighten, also ins K├Ąmpfen, also in den Angriff sozusagen, in die Flucht, ins Erstarren, das kannst du auch manchmal erkennen, dass die Hunde aussehen, als w├Ąren sie erstarrt, halt stehen bleiben. Oder ins Flirten, das kannst du manchmal bei Hundebegegnungen ganz gut erkennen, dass dann der Hund anf├Ąngt, irgendwie zu schnuppern und so tut, als w├Ąre er super desinteressiert.

Das sind eben so diese vier klassische Stressreaktionen, die man drau├čen finde ich immer ganz gut erkennen kann, weil man da h├Ąufig einfach mehr Situationen hat, aber es gibt nat├╝rlich auch sehr viel andere Reaktionen, die Zeichen f├╝r Stress sein k├Ânnen. Das k├Ânnte ein Kratzen sein, also ├ťbersprungshandlungen. Das kann ein Hecheln sein, das kann ein sich sch├╝tteln sein, den Stress absch├╝tteln. Und wenn wir in die Richtung allein bleiben, Trennungsstress gehen, dann ist es eben auch ein bellen, ein Jaulen, Wolfsheulen, also komplettes Repertoire der Vokalisation.┬áZerst├Âren, in die Wohnung machen, teilweise sogar Durchfall haben und dann die Wohnung machen. Auch hier wieder hecheln, speicheln, sich sch├╝tteln, sich kratzen oder auch und das sind so diese stillen Leider: Liegen, wo der wo der Mensch manchmal denkt, oh mein Hund ist ja entspannt, der bleibt immerzu liegen, aber die ganze Zeit die T├╝r im Blick haben. Oder unruhig hin und her laufen, unruhig die Pl├Ątze wechseln. Also und hier merkst du eben auch, das sind eben auch Reaktionen auf den Stress und ich glaube, wir alle sind uns einig, dass das in dem Moment kein Eustress ist, sondern dass das, was beim Alleinbleiben auftritt, Disstress ist und dass die Reaktion, die darauf gezeigt werden, aus dem Disstres heraus entstehen und ganz wichtig dabei ist, dass diese Stressreaktion auch nicht willentlich gesteuert werden, wenn dein Hund sich jetzt zum Beispiel sch├╝ttelt oder er f├Ąngt an zu speicheln. Das habe ich ja auch schon ganz oft gesagt, auch schwitzige Pfoten zum Beispiel. Das ist nichts, wo der Hund sich jetzt denkt: Ich bekomme jetzt mal schwitzige Pfoten oder ich kratze jetzt mal an der T├╝r, sondern das sind halt alles Reaktionen auf den Stress, den der Hund in dem Moment empfindet.

Das ist genauso wie wenn wir in Stress geraten oder aufgeregt sind und selbst auch schwitzige H├Ąnde bekommen oder anfangen zu schwitzen oder zu frieren oder zu zittern. Das alles ist ja auch nichts, was wir willentlich steuern k├Ânnen, sondern das ist etwas, was uns widerf├Ąhrt sozusagen und so ist das bei den Hunden eben auch mit den Stressreaktionen auf Trennungsstress, also mit den Trennungsstressreaktionen sozusagen. Das hei├čt wie eben gesagt, ich glaube, da k├Ânnen wir uns alle einig dr├╝ber werden, dass ein Hund, der alleine ist und beim Alleinbleiben eben die oben genannten oder die eben genannten Reaktionen zeigt, dass er das nicht aus positivem Stress herausmacht, weil er gerade so gefordert ist oder sich gerade gut f├╝hlt und eben im Eustress drin ist, sondern dass das eher aus einem negativen Stress heraus entsteht.

Und was eben auch h├Ąufig kommt: Trennungsstress ist ja nicht gleich Frust und mein Hund macht das aus Frust, also muss ich doch an der Frustrationstoleranz arbeiten und mein Hund muss weiterhin einfach alleine bleiben, damit er mal lernt, dass er diesen Frust auch aushalten muss.

Und den Gedanken kann ich total gut nachvollziehen. Ich hab’s damals auch probiert, weil ich habe mit meiner Tier├Ąrztin, die ich damals hatte, dar├╝ber gesprochen und sie sagte, Seven hat keine Frustrationstoleranz und ich m├╝sste sie weiterhin einfach alleine lassen. Und beim Alleinbleiben-Thema, wenn ein Hund nicht alleine bleiben kann und unter Trennungsstress leidet, dann kann es auch wirklich sein, dass im sp├Ąteren Verlauf auch Frust entsteht. Weil schau mal, der Hund ist im Stress drin und ein K├Ârper, also nur mal jetzt der physische K├Ârper und der geistige K├Ârper, der m├Âchte immer wieder ins Gleichgewicht kommen. Das hei├čt, das, was der Hund tut, zum Beispiel an der T├╝r kratzen oder bellen, jaulen, das sind alles eben Verhaltensweisen, die daf├╝r sorgen sollen, dass der Hund wieder ins emotionale Gleichgewicht kommt, indem er eben sich aus der Situation befreit.┬áBeim Alleinbleiben kann dein Hund sich aber nicht aus der Situation befreien, weil du bist ja derjenige, der ihn befreien kann und wenn du nicht wieder reingehst und die T├╝r ├Âffnest wird dein Hund feststellen, ich mache hier alles oder ich versuche alles und ich komme aus der Situation nicht raus. Das hei├čt, ich komme mit diesen Verhaltensweisen nicht aus der Situation und das ist kein aktives Denken, was der Hund dann hat, aber das ist das, was er feststellen wird. Ich kann das emotionale Gleichgewicht nicht wiederherstellen und nat├╝rlich kann das Frusten. Das hei├čt, nat├╝rlich kann da auch eine Frustkomponente mit reinspielen, wenn ein Hund nicht alleine bleiben kann. Da will ich gar nicht sagen, dass es nicht der Fall ist, dass da Frust mit reinspielt. Die Frage ist nur:

Rechtfertigt Frust, dass der Hund da durch muss oder dass ich aversive Methoden verwende, weil Frust irgendetwas ist, was der Hund willentlich macht?

Das tut er ja auch nicht in dem Moment. Also auch hier die Frage, kann ich da nicht auch ursachenorientiert rangehen und die Ursachen beseitigen, damit der Frust gar nicht erst entsteht? Und gerade bei den Hunden, die nicht alleine bleiben k├Ânnen, ist es eben, wie eben gesagt, h├Ąufig so, dass der Frust sp├Ąter entsteht und auch Stress entsteht nicht von 0 auf hundert. Das hei├čt, ein Hund, der beim Alleinbleiben bellt der bellt nicht von 0 auf 100 und wenn dein Hund zu denen geh├Ârt, wo du sagst, ja aber bei mir ist es sofort, wenn ich aus der T├╝r rausgehe, dann empfehle ich dir, schau mal, was vorher passiert.┬áStress ist ja etwas, was sich aufbaut. Das hei├čt, auch hormonell baut sich Stress auf. Das bedeutet, wenn du jetzt einen Hund hast, der sofort bellt, wenn du aus der T├╝r drau├čen bist, dann achte mal darauf, was passiert denn vorher schon alles? Weil dein Hund wird dir schon einiges zeigen, bevor du ├╝berhaupt aus der T├╝r rausgehst, weil wahrscheinlich baut sich der Stress bei deinem Hund schon auf, wenn du dich nur in die Richtung der T├╝r bewegst oder wenn du aus dem Zimmer rausgehst oder, oder, oder und das hei├čt, hier solltest du dann viel, viel fr├╝her ansetzen und nicht direkt aus der T├╝r rausgehen, sondern schauen, okay wo ist mein Hund noch entspannt?

Wo bin ich noch in der Entspannungszone und wann f├Ąngt bei meinem Hund an sich der Stress eben aufzubauen. So und als Mensch mit einem Hund, der nicht alleine bleiben kann, habe ich ja die Wahl. Wie m├Âchte ich das Thema angehen? M├Âchte ich den vermeintlich schnellen Weg nehmen und das Bellen einfach abstellen oder das zerst├Âren? Oder m├Âchte ich an den Ursachen ansetzen, also mit den Ursachen meine ich an dem Stress ansetzen, die Ursachen f├╝r den Stress liegen nat├╝rlich noch mal woanders. Das sind Dinge, die du meistens gar nicht ver├Ąndern kannst, weil sie in der Vergangenheit liegen oder auch vielleicht eine genetische Pr├Ądisposition beinhalten. Ja, ich meine jetzt wirklich mit an den Ursachen ansetzen, am Stress ansetzen. Das hei├čt, wenn du jetzt sagst, okay, ich arbeite aversiv und ich schmei├če meinem Hund Fisherdiscs vor die Pfoten oder den Schl├╝ssel aufm Boden oder was hatte ich schon alles? Ich h├Ąnge T├Âpfe ans Kindergitter. Damit mein Hund sich erschrickt, wenn er dagegen springt und schreie ihn an und was nicht alles. Dann kann es sogar sein, dass du damit erreichst, dass dein Hund ruhig ist, weil er lernt: Ich kriege noch einen oben auf den Deckel, wenn ich belle oder wenn ich etwas zerst├Âre. Und es kann sein, dass dein Hund dann damit aufh├Ârt. Es kann aber auch sein, dass es noch schlimmer wird und selbst wenn es aufh├Ârt, ist es ist noch die Frage, ist dein Hund dann wirklich entspannt? Oder ist er ins stille Leiden gerutscht in die erlernte Hilflosigkeit, weil er gemerkt hat, okay selbst die Versuche sich aus der Situation zu befreien, bringen nicht die Erl├Âsung, sondern im Gegenteil.

Oder nehme ich eben den f├╝r den Menschen gedanklich erstmal unbequemeren Weg und sage okay, ich m├Âchte das von Anfang an so angehen, dass es meinem Hund wirklich gut geht?

Das gedanklich erstmal der l├Ąngere Weg sein. H├Ąufig ist es eben bei den Hunden, wie eben beschrieben auch so, dass sie dadurch erst im Trennungsstress rutschen und man dann richtig, richtig lange Spa├č mit der Sache hat, weil der Hund schon ganz viele negative Erfahrungen gemacht hat.┬áDeshalb kann eben der Weg sehr viel k├╝rzer sein, wenn du von Anfang an sagst, du gehst den vern├╝nftig und positiv an, aber gedanklich ist es f├╝r viele Menschen erstmal so, boah das Thema m├Âglichst schnell erledigen, das kann ich auch total nachvollziehen. Und da denkt man erstmal daran, okay wie kriege ich’s hin, dass mein Hund nicht bellt und dann ist es eben h├Ąufig so, je l├Ąnger man im Training ist, desto mehr w├Ąchst der Wunsch eben, okay ich m├Âchte, dass mein Hund auch wirklich entspannt ist dabei und nicht nur aufh├Ârt zu bellen. Das hei├čt, schau doch, ob du von Anfang an sagst, hey, ich m├Âchte das positiv mit meinem Hund aufbauen, ich m├Âchte, dass es meinem Hund gut geht, ich m├Âchte, dass mein Hund entspannt ist und ich m├Âchte an den Ursachen ansetzen, n├Ąmlich dem Disstress in diesem Fall. Und wie mache ich das? Ich baue meinem Hund Strategien auf, damit mein Hund mit meiner Abwesenheit klarkommt, damit kein Stress entsteht. Und damit mein Hund eben entspannt bleiben kann, obwohl ich weg bin. Und nat├╝rlich ist das etwas, gerade schon bei ausgepr├Ągten Trennungsstress, was nicht von heute auf morgen geht, das dauert Monate bis auch Jahre.┬áDas hei├čt es ist einfach ein sehr sehr langer Weg aber es ist ein sehr sehr nachhaltiger Weg. Also stell dir die Frage:

Was m├Âchtest du f├╝r deinen Hund und was m├Âchtest du auch f├╝r dich?

Weil wenn du sagst, okay du m├Âchtest nur, dass dein Hund aufh├Ârt zu bellen,
und du hast dann vielleicht einen Hund, der hat aufgeh├Ârt zu bellen, aber er ist nicht richtig fine mit der Situation, dann hast du immer ein sehr fragiles Fundament, was sehr br├╝chig ist. Und das zeigt sich ganz h├Ąufig dann nach einem Umzug oder wenn sich Alltagsdinge ver├Ąndert haben, wenn sich Routinen ver├Ąndert haben, also durch Kleinigkeiten oder durch vermeintliche Kleinigkeiten, die dann doch ein Ungleichgewicht reinbringen und den Hund dann eben in so ein Ungleichgewicht reinbringen, dass er mit dem Alleinbleiben nicht mehr zurechtkommt, dass er das eben nicht mehr h├Ąndeln kann. Wenn du hingegen darauf achtest, dass dein Hund wirklich mit dem Alleinbleiben ├╝berhaupt gar kein Thema mehr hat, dann ist es eben auch nicht so br├╝chig, dann hast du da wirklich was Nachhaltiges aufgebaut. Und jetzt noch mal zu den Hunden, die es auch ohne den positiven Weg geschafft haben, auch wirklich entspannt zu sein. Ich kenne da sogar eine H├╝ndin: Es kann sein, dass diese Hunde auch nie Trennungsstress hatten. Also es sind h├Ąufig Welpen, die Frust haben, wo dann die Hundehalter, Hundehalterinnen gesagt haben, okay, wir lassen das jetzt einfach mal so laufen. Wir lassen den Hund mal bellen und dann hat’s vielleicht auch funktioniert und der Hund ist jetzt vielleicht auch wirklich entspannt. Auch das gibt es. Will ich gar nicht irgendwie sagen, das ist nicht der Fall ist.┬áAber auch hier ist die Frage, muss das sein? Warum nicht von Anfang an vern├╝nftig aufbauen, warum nicht von Anfang an positiv aufbauen? Weil nat├╝rlich, der Hund hat jetzt keinen Stress, alles schick, alles super, aber auch dadurch kann ├╝berhaupt Stress entstehen bei anderen Hunden. Das hei├čt, mit diesem Ansatz, ich lasse meinen Hund bellen, bestrafe ihn nach dem Zerst├Âren, l├Ąufst du Gefahr, dass dein Hund ├╝berhaupt Trennungsstress entwickelt. Muss nicht sein, wie gesagt, bei der H├╝ndin zum Beispiel ist das nicht der Fall.

Aber du l├Ąufst Gefahr, dass sich so was ├╝berhaupt entwickelt und es muss ja nicht sein, denn Trennungsstress ist h├Ąufig eine Kombination aus mehreren Komponenten und keiner kann dir zu 100 Prozent sagen, dein Hund hat Trennungsstress entwickelt, weil das und das und das passiert ist. Meistens hat man eine Vorahnung, was da mit reinspielen k├Ânnte, zum Beispiel f├╝nf Mal Hundehalterwechsel, schlechte Erfahrungen vorher. Die Mutter hat auch schon Trennungsstress, whatever. Also meistens hat man so ein bisschen eine Tendenz manchmal aber eben auch nicht, aber es ist halt immer eine Kombination aus mehreren Faktoren, die zusammenspielen, wo sich dann eben solche Dinge wie Trennungsstress eben entwickeln. Und wie eben gesagt, was auch mit da reinspielen kann, ist eben dem Hund von Anfang an nicht zu zeigen, hey, du bist hier sicher beim Alleinbleiben, sondern einfach aufn Deckel hauen und sagen, hey, du bellst hier nicht, du zerst├Ârst hier nicht, weil damit m├Âchte man dann eben Stress mit Druck bearbeiten und das funktioniert meistens nicht so gut. Also damit, wie gesagt, kann Trennungsstress eben auch erst richtig sich auspr├Ągen und entstehen. Muss nicht sein, wie gesagt, aber kann sein, deshalb meine Empfehlung auch bei Welpen zum Beispiel, die frustrig sind, aber jetzt nicht unbedingt ausgepr├Ągten Trennungsstress haben. Meine Empfehlung, aber auch meine Frage:

Warum nicht auch hier positiv und bed├╝rfnisorientiert arbeiten? Ja, warum nicht den Hund von Anfang an zeigen, dass das Alleinbleiben ├╝berhaupt nicht be├Ąngstigend ist, dass er keinen Stress dabei haben muss, dass es nichts Negatives ist, sondern super sicher ist f├╝r deinen Hund und das ist bei euch einfach mit dazugeh├Ârt, dass du mal kommst und gehst?

Und zwar so, dass dein Hund nicht in Stress ger├Ąt, sondern dass es etwas total normales ist, wo wir uns alle bei gut f├╝hlen. Ja oder wo wir uns alle bei neutral f├╝hlen. Das w├╝rde uns ja auch reichen. Wir wollen ja nur, dass der Hund keinen Disstress entwickelt. Und das ist eben so mein Ansatz, den ich verbreiten m├Âchte und wo ich auch denke, hey, es kann keinem Hund schaden. Fazit dieser Podcastfolge, du hast es vielleicht am Anfang schon gemerkt und ich bin davon wirklich ├╝berzeugt:

Es gibt meiner Meinung nach keinen Hund, bei dem man sagen muss, hier m├╝sste man aversiv arbeiten. Hier muss man mit Druck arbeiten, weil hinter Trennungsstress steht immer ein Bed├╝rfnis.

Und du kannst Dinge super gut angehen, wenn du auf dieses Bed├╝rfnis schaust und sagst, okay, wie kriege ich es hin, dieses Bed├╝rfnis vielleicht zu ver├Ąndern? In diesem Fall ist das Bed├╝rfnis ja bei dir zu sein. Das hei├čt, in diesem Fall m├╝ssen wir das Bed├╝rfnis ver├Ąndern, beziehungsweise dem Hund beibringen, hey du hast Strategien mit meiner Abwesenheit umzugehen, sodass das Bed├╝rfnis nicht zu Stress f├╝hrt. Ja und das kann man bei jedem Hund machen und das ist eben mein Anliegen und mein Ansatz, das auch zu verbreiten. Du brauchst bei keinem Hund aversiv rangehen. Du brauchst keinen Hund zu bestrafen, der unter Trennungsstress leidet. Du musst auch keinen Welpen bestrafen, der frustig ist oder den jetzt extra lange alleine lassen, damit da eine Frustrationstoleranz entwickelt. Du kannst bei jedem Hund und davon bin ich ganz, ganz doll ├╝berzeugt, wie du merkst, bei jedem einzelnen Hund das Alleinbleiben positiv aufbauen.

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