In der heutigen Podcast-Folge spreche ich mit dir darüber, ob du deinen Hund nach dem Alleinbleiben begrüßen solltest oder nicht. Früher wurde häufig empfohlen, den Hund zu ignorieren, heute sieht das schon etwas anders aus. Das schauen wir uns jetzt mal genauer an – viel Spaß!

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Hey und schön, dass du eingeschaltet hast zu einer neuen Podcast-Folge. In dieser Podcast-Folge möchte ich einmal mit dir auch das Thema Begrüßung, Nicht-Begrüßung, Verabschiedung, Nicht-Verabschiedung beim Hund eingehen, wenn du ihn alleine lässt. Starten wir mal damit, wie es früher empfohlen wurde und wie es früher auch häufig war, weil da, und das liest man auch heute noch ganz häufig, war die grundsätzliche Empfehlung, immer den Hund zu ignorieren. Damit der Hund merkt, das ist nichts Schlimmes, wenn du kommst und gehst und bloß nicht beachten und bloß nicht darauf eingehen, wenn der Hund sich freut.

„Bitte, bitte ignoriert eure Hunde alle, wenn ihr wiederkommt.“

Das ist etwas, was sehr lange praktiziert wurde, was sehr sehr lange auch von Hundetrainerseiten empfohlen wurde und was auch heute auf Instagram noch unter Privatpersonen häufig empfohlen wird, teilweise auch von Hundetrainern, aber überwiegend lese ich das zwischen ganz normalen Instagram Accounts als Tipp sozusagen.

Hormon-Messungen

Mittlerweile gibt es eine ganz interessante Studie genau zu diesem Thema. Da haben Sie nämlich untersucht, wie sich der Cortisolspiegel und auch der Oxytocin-Spiegel der Hunde verhält, wenn man sie begrüßt oder eben auch nicht begrüßt, nachdem sie alleine waren.

Ganz kurz dazu – Cortisolspiegel – das ist der Stressspiegel sozusagen, also der zeigt an, wie viel Stress wir haben. Wenn Cortisol viel ausgestoßen wird, dann spricht das dafür, dass wir gerade viel Stress haben und bei Hunden ist es so, dass der Cortisolspiegel steigt, wenn sie alleine sind, auch bei Nicht-Trennungsstress-Hunden. Also wenn sie von uns getrennt sind, dann steigt dieser Spiegel an.

Oxytocin hingegen ist so ein bisschen der Gegenspieler dazu. Das ist unser Bindungshormon und wenn das ausgestoßen wird, dann fühlen wir uns gut. Das wird zum Beispiel ausgestoßen, wenn wir Blickkontakt zu unserem Hund aufnehmen und sich die Blicke sozusagen treffen. Dann wird Oxytocin ausgestoßen. Das ist also, wie gesagt, unser Bindungshormon und sorgt dafür, dass es uns gut geht, dass wir uns wohlfühlen und dass alles schick ist.

Studie zu Begrüßungen

Und in dieser Studie, die ich jetzt mit dir besprechen möchte, haben sie eben untersucht, okay, was passiert, wenn wir verschiedene Bedingungen gegeneinander testen und zwar hatten sie da drei Bedingungen.

Verschiedene Bedingungen

Und zwar die eine Bedingung, dass die Hunde nur verbal begrüßt wurden, wenn Frauchen/Herrchen wiederkam. Die zweite Bedingung, dass sie verbal begrüßt und auch angefasst wurden, also dass auch ein körperlicher Kontakt hergestellt wurde und die dritte Bedingung war, dass die Hunde komplett ignoriert wurden, also keine verbale Begrüßung, kein Körperkontakt. Und anschließend wurden Blutproben entnommen, beziehungsweise währenddessen wurden Blutproben entnommen und es wurde eben, wie gesagt, der Cortisolspiegel und der Oxytocin-Spiegel gemessen.

Ergebnisse

Herausgefunden haben sie, dass generell der Oxytocin-Spiegel bei der Rückkehr ansteigt, was darauf zurückzuführen ist, dass der Hund eben den Hundehalter, die Hundehalterin, wieder sieht. In der Bedingung war’s eben auch so oder beziehungsweise in der Studie war’s auch so, dass die dann in die Richtung des Hundes gelaufen sind und darauf konnte man zurückführen, dass der Oxytocin-Spiegel grundsätzlich steigt. Jetzt war es so, dass sie erkannt haben in der Bedingung Körperkontakt plus verbale Begrüßung, also da, wo am meisten begrüßt wurde sozusagen, einmal durch Berührung und eben durch eine Ansprache, dass der Oxytocin-Spiegel länger erhöht blieb als in den anderen beiden Bedingungen.

Das heißt, wenn du deinen Hund begrüßt und wenn du deinen Hund ansprichst, dann ist das Bindungshormon länger aktiv, als wenn du eben deinen Hund zum Beispiel ignorierst oder als wenn du ihn nur ansprichst. Beim Cortisolspiegel war’s auch so, dass der nach der Rückkehr eine abnehmende Kurve aufwies, also der ging der Cortisolspiegel ging zurück. Das deutet darauf hin, dass der Stress eben abnimmt. Das war bei allen Hunden so, nachdem eben Frauchen/ Herrchen wiedergekommen sind.

Aber in der Bedingung Ansprache plus Berührung, also genauso wie beim Oxytocin, da stieg ja das Oxytocin beziehungsweise blieb ja länger erhalten und beim Thema Cortisol ging diese Rückkehr da auch am schnellsten vonstatten, das heißt, der Cortisol-Pegel sank schneller, wenn der Hund per Berührung und verbale Ansprache begrüßt wurde. Das heißt, der Stress sank schneller.

Wenn wir jetzt die Begrüßung betrachten nur in Bezug auf den Cortisolspiegel und den Oxytocin-Spiegel, dann ist es tatsächlich am besten, den Hund verbal und auch körperlich zu begrüßen.

Kein Zwang und vor allem keine universelle Regel

Das heißt, du könntest zu deinem Hund gehen. Das alles sollte natürlich ruhig vonstatten gehen. Das war auch in der Studie der Fall. Das war eine ruhige Begrüßung. Aber da ist es dann tatsächlich am besten, wenn du hingehst zu deinem Hund, deinen Hund berührst und deinen Hund auch ansprichst. Und das führt so ein bisschen dazu, dass jetzt grade so ein neuer Trend entsteht, jedenfalls beobachte ich das auch auf Instagram.

Dass häufig empfohlen wird, okay, du musst jetzt deinen Hund begrüßen. Du musst deinen Hund auf diese Art und Weise begrüßen und alle sollten das jetzt bitte ändern. Und das sehe ich tatsächlich persönlich auch ein bisschen kritisch, weil ich finde, das ist immer eine sehr, sehr individuelle Entscheidung. Ich kann dir so ein bisschen mal erzählen, wie das bei mir im Programm aussieht. Da sind ja einige verschiedene Hunde und Hundehalter ja im Programm eben, die das auch teilweise sehr unterschiedlich handhaben.

Jeder Hund ist anders und hat andere Bedürfnisse

Wir haben Hunde im Programm, die brauchen das zum Beispiel, dass man vor der eigentlichen Zielzeit, also angenommen, du nimmst dir zehn Minuten Zielzeit vor, noch ein paar Mal hin und her geht. Also dass man vielleicht vor den 10 Minuten noch mal ein, zwei Einheiten hat, mit jeweils nur einer Minute zum Beispiel so ein kleines Warm-up, so ein kleines Aufwärmprogramm fürs eigentliche Alleinbleiben dann eben später.

Da haben einige tatsächlich festgestellt, wenn sie jetzt so nach jedem Warm-up sagen, okay, ich begrüße jetzt meinen Hund, dass der Hund eher aus der Entspannung gerissen und eher in der Entspannung gestört wird und da macht es dann natürlich mehr Sinn, zumindest bei den Warm-ups nicht zu begrüßen. Und dann gibt’s natürlich auch diverse Mittelwege. Wenn du deinen Hund jetzt begrüßen möchtest, dann kannst du ja auch schauen, okay wie möchtest du ihn begrüßen?

Ich habe auch Leute dabei, die begrüßen den Hund tatsächlich nur durch ein kurzes Streicheln, also das muss nicht immer die Kombi sein, verbale Ansprache plus Berührung. Nur weil die eine Studie das jetzt eben gesagt hat, die Studien sind immer ein super Indiz, daran kann man sich immer super orientieren, aber sie sind nicht das Nonplusultra, das heißt, sie sind auch nicht der goldene Weg, sondern man sollte eben immer schauen, dass man nochmal auf die individuelle Situation schaut, auf den Hund und auch so ein bisschen sich auf sein eigenes Gefühl verlässt, weil das ist auch immer wirklich sehr wertvoll.

Du könntest für dich zum Beispiel feststellen, für deinen Hund funktioniert es mega gut, wenn du reinkommst, erstmal deine Jacke weghängst, dann hingehst und deinen Hund mit einer Berührung begrüßt.

Oder für deinen Hund funktioniert es super gut, wenn du ihm ein kurzes Hallo gibst oder eine Kombination aus beidem. Zusätzlich ist es natürlich auch abhängig davon, wie reagiert dein Hund auf deine Rückkehr? Bei mir im Training ist es so, dass viele Hunde gar nicht mehr doll reagieren, weil wir einfach das so aufgezogen haben, dass sie das mittlerweile als total normal oder als natürlich empfinden, wenn Frauchen mal eben draußen ist oder Herrchen und dann wieder reinkommt und die stehen dann nicht mehr auf.

Es wäre aber auch nicht schlimm, wenn die Hunde aufstehen und einen begrüßen wollen sozusagen und wenn dein Hund jetzt zu den Hunden gehört, die eben aufstehen und dich begrüßen. Dann würde ich niemals dazu raten, den Hund zu ignorieren und am Hund vorbeizugehen und ihn nicht anzugucken, weil da kann man sich ja auch immer noch mal ganz gut in die eigene Position versetzen, was das Thema soziale Begrüßung angeht.

Wenn ich jetzt nach Hause komme oder wenn mein Freund nach Hause kommt und ich laufe hin und sage, hey, wie war dein Tag und will mit ihm interagieren und will mit ihm in einen sozialen Austausch gehen und er schaut mich nicht mal an, dreht mir den Rücken zu und geht, keine Ahnung, in die Küche, dann würde ich erst mal da stehen, denken, okay, ‚was geht hier ab?‘. Und würde wahrscheinlich noch mal hinterherlaufen und sagen, ‚Hallo? Hast du mich gehört?‘ Und wenn er mich dann weiter ignoriert, dann würde ich mir echt verarscht vorkommen beziehungsweise auch verletzt.

Auf Bedürfnisse des Hundes eingehen

Also wenn man selbst als Mensch ignoriert wird, obwohl man Kontakt aufnehmen möchte, ist das ja auch eine Verletzung und deshalb würde ich nicht empfehlen, dass du deinen Hund ignorierst, wenn er versucht Kontakt auf ruhige Art und Weise Kontakt zu dir aufzunehmen.

Wenn er jetzt sehr exzessiv reagiert, dann würde ich ihn auch kurz begrüßen, aber super ruhig und danach das eigene Ding machen, sodass er merkt, okay, hier ist kein Grund zum Aufruhr. Das wäre aber dann auch ein Indiz, dass dein Hund nicht ganz fein ist in der Situation Alleinbleiben. Also da würde ich dann noch mal ein extra Auge darauf werfen und schauen, okay, ist mein Hund wirklich entspannt, wenn ich nicht da bin? Weil wenn er total ausflippt, wenn du wiederkommst, dann ja könnte das darauf hindeuten, dass dein Hund da eine Trennungsstressproblematik hat.

Bei mir im Programm ist es tatsächlich so, dass wir das Alleinbleiben ja so kleinschrittig aufbauen, dass viele Hunde tatsächlich gar nicht mehr großartig reagieren, wenn Frauchen oder Herrchen zurückkommen und in diesem Fall ist es auch total legitim, vielleicht erst mal seine Jacke wegzuhängen, in Ruhe sich auszuziehen. So was ist meiner Meinung nach auch immer drin und danach in Ruhe zum Hund zu gehen. Das solltest du auch nicht missverstehen. Du musst jetzt nicht unbedingt zwangsläufig hereinlaufen und als Erstes zu deinem Hund, damit hoffentlich ganz schnell Oxytocin länger erhalten bleibt und Cortisol sinkt.

Ich würde immer schauen, auch so ein bisschen mit einer gewissen Selbstverständlichkeit daranzugehen. Und zu schauen, wie würde ich es wollen, in einer sozialen Begrüßung. Es ist ja sicherlich nicht so, dass wenn dein Partner oder deine Partnerin nach Hause kommt, dass du total ein Tränen ausbrichst und sagst, oh mein Gott, endlich bist du zurück, ich konnte es kaum erwarten und es war so so schlimm.

In die Lage des Hundes versetzen

Man kann meiner Meinung nach wenig falsch und viel richtig machen, wenn man schaut, okay ‚Wie fühlt es sich für mich denn natürlich an, was empfinde ich denn als gut?‘ und wie würde es mir gehen in der Situation? Natürlich sind die Gehirne zwischen Hunden und Menschen nicht 1 zu 1 vergleichbar, aber soziale Interaktionen grundsätzlich was Begrüßung und Verabschiedung angeht kann man durchaus doch dann schon vergleichen beziehungsweise sich mal in die Lage versetzen.

Fazit zum Thema Hund nach dem Alleinbleiben begrüßen:

Ich würde schauen:

  • Wie reagiert dein Hund?
  • Wie geht es dir?
  • Wie würdest du deinen Hund gerne begrüßen und was ist euer individueller Weg?

Im Hinterkopf behalten, dass eine soziale Begrüßung eher positiv ist und dein Training definitiv nicht kaputt machen wird. Es sei denn, du kommst jetzt rein und feierst die Ultraparty mit deinem Hund. Weil dann würdest du deinem Hund vermitteln, okay das ist hier irgendwie total abgefahren und richtig krass, dass du jetzt wiedergekommen bist. Das wollen wir natürlich auch nicht.

Verabschiedungen sind genau so individuell

Da kannst du schauen, wie du es machen möchtest. Eine Verabschiedung kann auch zu einem Signal für das Alleinbleiben werden. Das heißt, wenn du zum Beispiel sagst, okay bis gleich, dann kann das auch Signalcharakter bekommen. In diesem Fall musst du ganz stark darauf achten, dass dein Hund wirklich entspannt bleibt. Das empfehle ich ja sowieso, aber da noch mal ganz besonders, weil Signalcharakter kann positive und negative Auswirkungen haben.

Wenn du darauf achtest, dass nach dem ‚Bis gleich‘ zum Beispiel dein Hund entspannt bleibt, dann kann er mit diesem Wort auch verknüpfen, okay ich bleibe jetzt alleine, aber es ist okay für mich. Wenn du allerdings deinen Hund immer über die Reitschwelle hinaus pusht und er immer wieder in den Stress reinkommt, dann wird er das bis gleich auch langfristig damit verknüpfen, oh oh, jetzt passiert was, womit es mir nicht gut geht.

Das noch mal kurz so zum Thema Verabschiedung. Das war einmal die Podcast-Folge zum Thema Verabschiedung und Begrüßung. Ich hoffe, das hilft dir. Ich bin super gespannt, wofür du dich entscheidest beziehungsweise wofür du dich vielleicht auch schon entschieden hast, also ob du deinen Hund begrüßt. Schreibe mir das doch super gerne auf. Jetzt wünsche ich dir noch einen schönen Tag und ich freue mich auf die nächste Podcast-Folge mit dir und vielleicht hören, sehen oder sprechen wir vorher schon auf Instagram. Bis dann!

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