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Hund alleine lassen

Der Shih Tzu (oder auch Shih Tzu Shih Tzu) gilt als besonders menschenbezogener Hund. Er liegt am liebsten mittendrin und sucht viel Kontakt. Genau deshalb stellen sich viele Halterinnen und Halter die Frage, ob diese Hunderasse überhaupt alleine bleiben kann.

Die kurze Antwort: Ja, kann sie. Genauso wie jede andere Hunderasse auch. Es hängt allerdings davon ab, wie du es ihm beibringst.

In diesem Artikel bekommst du zuerst einen Überblick über die Rasse und danach das Wichtigste zum Thema Alleinbleiben: was im Hund passiert, wenn du gehst, worauf es beim Üben ankommt und welche verbreiteten Ratschläge du besser nicht befolgst.

Du hast noch gar keinen Hund adoptiert? Dann schaue unbedingt hier rein und erfahre, worauf du dabei achten solltest.

Ein Shih Tzu schaut aufmerksam in die Kamera

Herkunft: vom Tempelhund zum Familienhund

Der Shih Tzu stammt ursprünglich aus Tibet und lebte dort als Tempelhund an der Seite von Mönchen. Tempelhunde wie er galten dort als heilig. Später kam die Rasse an den chinesischen Kaiserhof, wo sie als Gesellschaftshund gehalten wurde. Der Name bedeutet übersetzt Löwe, was auf eine buddhistische Legende zurückgeht, in der ein kleiner Hund Buddha begleitete und sich in einen Löwen verwandeln konnte.

Wichtig für das Verständnis dieser Hunderasse: Der Shih Tzu wurde nie für eine Arbeitsaufgabe gezüchtet. Er sollte weder bewachen noch jagen noch hüten. Seine Aufgabe war Gesellschaft. Das prägt sein Wesen bis heute.

Größe, Gewicht und Aussehen

Ein ausgewachsener Shih Tzu wird etwa zwanzig bis siebenundzwanzig Zentimeter groß und wiegt zwischen vier und acht Kilo. Damit gehört er zu den kleinen Hunderassen und eignet sich auch für die Haltung in einer Wohnung.

Auffälligstes Merkmal ist das lange, seidige Fell, das bis zum Boden reichen kann. Auf Ausstellungen wird es in voller Länge gezeigt, im Alltag entscheiden sich viele Halterinnen für einen kürzeren Schnitt. Dazu kommen der kurze Fang, die großen dunklen Augen und die hoch getragene Rute.

Mit zwölf bis sechzehn Jahren kann er ein langes Leben vor sich haben.

EIn Shih Tzu Welpe läuft über eine grüne Wiese

Das Wesen: selbstbewusst und eigensinnig

Der Shih Tzu ist selbstbewusst, hat eigene Vorstellungen und überlegt gerne erst, ob er mitmachen möchte. Wer eine sofort gehorchende Fellnase sucht, ist bei dieser Rasse falsch. Gleichzeitig ist er freundlich, verspielt und sehr auf Menschen bezogen. Und somit ein tolles vierbeiniges Mitglied für die Familie. Eine gewissen Anhänglichkeit kannst du bei einigen Shih Tzu daher merken.

Diese Art von Eigensinn ist kein Ungehorsam, sondern Teil seines Charakters. In der Erziehung kommst du deshalb mit Belohnung und kurzen Einheiten weiter als mit Strenge.

Pflege, Beschäftigung und Gesundheit

Die Fellpflege ist der aufwendigste Teil der Haltung. Das lange Fell muss täglich gebürstet werden, sonst verfilzt es. Dafür haart er kaum. Viele andere Rassen haaren deutlich stärker. Regelmäßig gehören außerdem Augen, Ohren und die Krallen kontrolliert. Das gilt für eine Hündin genau so wie für einen Rüden. Wenn du das alles im Blick hast, ist die Pflege aber kein Problem.

Rassetypisch anfällig ist der Shih Tzu wegen seiner kurzen Nase für Atemprobleme, besonders bei Hitze. Auch Augenerkrankungen kommen häufiger vor. Ein seriöser Züchter achtet auf eine ausreichend lange Nase.

Die Fellpflege gehört damit von Anfang an zur Erziehung dazu: Ein Welpe, der Bürste und Kamm in Ruhe kennenlernt, macht später als erwachsener Hund keine Probleme.

Ein Shih Tzu von der Seite, der hechelt

Kann ein Shih Tzu alleine bleiben?

Kein Hund kommt mit der Fähigkeit auf die Welt, allein in einer Wohnung zu bleiben. Der Hund ist von Natur aus ein Rudeltier und deswegen ist das Alleinbleiben für ihn erst mal unnatürlich. Das gilt für den Labrador genauso wie für den Shih Tzu.

Die Gründe, warum ein Shih Tzu das Alleinbleiben nicht schafft, liegen deshalb fast immer im Training oder anderen Gründen und nicht in der Rasse. Ein Shih Tzu, der es gelernt hat, bleibt genauso ruhig zu Hause wie jeder andere Hund. Im Grunde ist es also völlig egal, welcher Rasse dein Hund angehört, wenn es um das Alleinbleiben geht.

Woran erkennst du, ob es deinem Hund beim Alleinbleiben gut geht?

Wenn dein Hund bellt, jault, an der Tür kratzt oder in die Wohnung macht, sobald du weg bist, geht es ihm in dieser Zeit nicht gut. Genau hier passiert allerdings häufig ein Fehler: Dieses Verhalten wird als Protest gedeutet. Der Hund wolle Aufmerksamkeit, teste Grenzen aus oder ärgere sich, weil er nicht mitdurfte. Das ist ein Missverständnis. Was tatsächlich abläuft, ist eine Stressreaktion. Der Körper schüttet Stresshormone aus und dein Hund kommt in einen Zustand, in dem er sein Verhalten nicht mehr steuern kann. Er entscheidet sich nicht fürs Bellen. Es passiert einfach. Dahinter steckt Angst, kein Trotz.

Wenn dein Hund dagegen schläft, während du weg bist, und sich insgesamt so verhält, wie er es auch tun würde, wenn du zu Hause bist, dann ist das Alleinbleiben für ihn höchstwahrscheinlich kein Problem. Ihm geht es gut dabei.

Woran du Stress beim Alleinbleiben erkennst

Bellen und Jaulen sind die auffälligsten Anzeichen. Vorher zeigt dein Hund wahrscheinlich kleinere Signale, die leicht übersehen werden: Hecheln ohne Hitze, häufiges Gähnen, sich über die Lefzen lecken, Unruhe, ständiges Aufstehen und Hinlegen, Hinterherlaufen von Raum zu Raum. Auch das Zerstören von Gegenständen oder das Urinieren in die Wohnung kann ein Zeichen für Stress beim Alleinbleiben sein.

Es gibt allerdings auch Hunde, die beim Alleinbleiben still leiden. Ein Vierbeiner, der bewegungslos vor der Tür sitzt und wartet oder auf seinem Platz liegt und zittert, wirkt unauffällig, steht aber unter Anspannung und kann beim Alleinbleiben genauso leiden wie ein Hund, der laut bellt. Was im Kopf deines Hundes abläuft, siehst du ihm von außen nicht sofort an.

Dauerstress kann auf den Körper deines Hundes Folgen haben.

Mehr dazu, wie du Stress beim Alleinbleiben erkennst, erfährst du hier.

Ein Shih Tzu steht vvor einem Gartenzaun

Worauf es beim Alleinbleiben ankommt

Der wichtigste Grundsatz lautet: Dein Hund soll entspannt sein, während du weg bist. Nicht möglichst lange durchhalten. Die Dauer ist das Ergebnis, nicht das Ziel.

Daraus folgt der zweite Grundsatz: Du kommst zurück, bevor dein Hund in Stress gerät. Nicht danach. Wenn du wartest, bis er unruhig wird, lernt er jedes Mal aufs Neue, dass Alleinsein unangenehm ist. Wenn du vorher zurückkommst, sammelt er positive Erfahrungen.

Drittens richtet sich das Tempo nach deinem Hund, nicht nach deinem. Feste Steigerungen wie fünf, zehn, fünfzehn Minuten klingen praktisch, gehen aber an der Realität vorbei.

Meist beginnt das Alleinbleiben-Training nicht direkt mit der Haustür, sondern erst mal in der Wohnung. Denn das Alleinlassen beginnt für deinen Hund nicht erst an der Wohnungstür, sondern viel früher: beim Griff zum Schlüssel, beim Anziehen der Jacke oder beim Zubinden der Schuhe. Diese Signale nimmt er längst wahr, bevor du das Haus verlässt.

Auch eine ruhige und entspannte Umgebung beim Alleinbleiben ist wichtig. Schaue, dass dein Hund vor Außenreizen wie Lärm geschützt wird, wenn er dadurch eher unruhig wird.

Wie lange darfst du deinen Shih Tzu allein lassen?

Die meisten Besitzer stellen diese Frage, weil sie tagsüber zur Arbeit müssen und wissen wollen, was realistisch ist. Als Faustregel nehme ich bei erwachsenen, gesunden Hunden vier bis fünf Stunden am Stück. Diese Zahlen sind allerdings Zielwerte, keine Vorgabe für dein Training. Wie lange dein Hund wirklich entspannt allein bleiben kann, ist super individuell.

Für Welpen gilt das natürlich nicht.

Mehr zum Thema „Wie lange kann ein Hund alleine bleiben?“ erfährst du in diesem Blogartikel.

Diese drei Ratschläge solltest du nicht befolgen

Sperr ihn in die Box, dann kommt er zur Ruhe. Eine Box kann ein guter Rückzugsort sein, wenn der Hund sie freiwillig nutzt. Den Hund beim Alleinbleiben in die geschlossene Box zu sperren, ist allerdings tierschutzrelevant.

Lass ihn bellen, bis er aufhört. Wenn dein Hund beim Alleinbleiben bellt, steht er unter so viel Stress, dass er von allein gar nicht mehr runterkommt. Warten bringt dich nicht weiter, und deinem Hund geht es in dieser Zeit schlecht. Geh in so einer Situation direkt wieder rein.

Bleib einfach länger weg, dann gewöhnt er sich daran. Gewöhnung setzt voraus, dass die Situation für den Hund erträglich ist. Ist sie das nicht, gewöhnt er sich nicht, sondern macht immer wieder dieselbe schlechte Erfahrung.

Kong, Schnüffelmatte und Co. lenken übrigens nur kurz ab und sind auch nicht die beste Wahl für das Alleinbleiben. 

Zwei Shih Tzu schauen sich an

Was du tun kannst, wenn dein Shih Tzu nicht alleine bleiben kann

Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du vermutlich schon einiges ausprobiert. Der häufigste Grund, warum Training über Monate nichts bringt, ist nicht mangelnde Konsequenz. Es ist die Frage, an welcher Stelle du gerade etwas übersiehst. Melde dich dafür zum kostenfreien Live-Webinar „Der Alleinbleiben-Code“ an. Dort bespreche ich mit dir, warum euer Training aktuell nicht klappt und was du ändern musst, damit es klappt. Sichere dir hier deinen Platz. Das ist dein erster Schritt zum entspannten Alleinbleiben.

Egal ob deine kleine Maus schon jahrelang bei dir wohnt oder gerade erst eingezogen ist: Das Alleinbleiben lässt sich in jedem Alter nachholen. 

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Tierpsychologin Larissa und ihr mittlerweile sehr entspannter Hund Seven
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