Dein Hund bellt beim Alleinbleiben? In dieser Podcast-Folge erzähle ich dir, warum du im Alleinbleiben-Training nicht warten solltest, bis dein Hund aufgehört hat zu bellen. Ich sage dir, wann der richtige Zeitpunkt ist, zurückzukommen, wenn du deinen Hund alleine lässt.

Höre dir hier die komplette Podcast-Folge kostenlos an:

Meinen Podcast kannst du auch über Spotify, iTunes, Audible und Google Podcasts hören und abonnieren. Klicke einfach hier:

Du möchtest deinem Hund das entspannte Alleinbleiben beibringen?

Schaue dir das Mini-Training an, in dem ich dir 3 Tipps zur Sofort-Umsetzung an die Hand gebe.

Podcast als Blog-Artikel hier lesen

Du liest lieber? Hier findest du die Podcast-Folge als Transkript:

Herzlich willkommen zur allerersten Podcast-Folge. In dieser Folge geht es darum, wann du zurückkommen solltest, wenn du mit deinem Hund gerade das Alleinbleiben trainierst, weil das ist wirklich ein Thema, das stellen sich ganz, ganz viele Leute. Im Internet findest du jetzt zum Beispiel auch Tipps wie „Komm erst zurück, wenn dein Hund aufgehört hat zu bellen.“ Aber dann fragst du dich manchmal auch: „Mensch, mein Hund bellt jetzt wirklich schon eine halbe Stunde. Wann kann ich denn jetzt zurückkommen? Mein Hund beruhigt sich gar nicht.“

Was hinter dem Bellen steckt

Deshalb werden wir hier in dieser Folge einmal das Thema angehen, wann ist denn überhaupt der richtige Moment zurückzukommen. Lass uns aber erst mal schauen, warum dieser Tipp überhaupt so häufig gegeben wird, denn der Hintergedanke dahinter ist eigentlich logisch, bezieht sich aber nicht auf Trennungsstresshunde, weil da müssen wir das Thema ein wenig anders betrachten.

Wenn du jetzt einen Hund hast, einen Welpen zum Beispiel, der so ein wenig austestet und einfach mal bellt, wenn du weggehst und ausprobiert, dass du wiederkommst, was vollkommen normal ist, was passieren kann. Auch in diesem Fall würde ich es anders empfehlen, aber da kann es passieren, ohne dass es sofort Trennungsstress ist. Dann könnte der Hund assoziieren, wenn du in dem Moment zurückkommst:

„Oh Herrchen, Frauchen kommt zurück. Wie cool, also muss ich einfach bellen und nächstes Mal belle ich wieder, dann kommen die bestimmt auch wieder. Das ist so dieser Hintergedanke, weil Hunde sehr, sehr gut im Assoziieren sind.“

Dieser Gedanke ist auch richtig. Also da steckt schon eine vernünftige Logik hinter. Nur das Problem ist, dass Hunde, wie zuvor erwähnt, Meister im Assoziieren sind.

Und Hunde mit Trennungsstress, die leiden beim Alleinbleiben. Also die haben wirklich Stress, die haben Angst, die haben vielleicht sogar Panik, je nachdem, wie stark das ausgeprägt ist. Das heißt, je länger du sie dieser Panik aussetzt oder diesem Stress, desto mehr assoziieren sie natürlich auch das Alleinbleiben damit. Weil sie merken: „Wow, das ist superschlimm. Frauchen ist weg, ich fühle mich total grottig, miserabel. Das ist etwas ganz Schlimmes, das Alleinbleiben.“

Und deshalb würde ich dir eben oder empfehle ich dir eben nicht zu warten, bis dein Hund aufgehört hat zu bellen. Ich empfehle dir aber auch grundsätzlich gar nicht abzuwarten, bis dein Hund ins Bellen kommt, weil dann ist dein Hund ja schon im Stress. Wenn dein Hund schon im Stress ist, dann hat er bereits diese negative Erfahrung mit dem Alleinbleiben und verknüpft es auch weiterhin damit.

Überwachung des Hundes mit einer Videokamera

Das empfehle ich dir:

Benutze erst einmal eine Kamera. Eine Kamera ist die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Training, weil ohne Kamera siehst du nicht, was passiert.

Ganz viele Hunde zeigen Stress schon, bevor sie ins Bellen kommen. Da kommen dann Stressanzeichen, wie kratzen, wie gähnen, wie vielleicht mal ein kleines, kurzes Jaulen, was du nicht hörst, wenn du keine Kamera verwendest oder auch ein unruhiges Hin- und Herlaufen, ein ständiges zur Tür schauen – „Mensch, wo bleibt Herrchen?“ Das alles kannst du nur erkennen, wenn du mit einer Kamera arbeitest.

Das heißt, besorge dir im ersten Schritt eine Kamera, ich verlinke dir hier einige Kameras – diese ist zum Beispiel super (Affiliate-Link – für dich ändert sich der Preis nicht). 

Ich kann dir aus Erfahrung sagen, weil ich nutze selbst eine eher günstigere Kamera, die tun es völlig fürs Training. Also man braucht da keine großen, abgefahrenen Zusatzfunktionen. Es reicht, wenn du deinen Hund sehen und hören kannst, durch die Kamera.

So, nun hast du eine Kamera und nun fängst du an, deinen Hund zu filmen. Ja und du schaust mal, wann reagiert dein Hund eigentlich?

Stress im Vorfeld vermeiden und mit positiven Assoziationen schmücken

Wann wird dein Hund nervös, wenn du ihn verlässt? Ist das vielleicht sogar noch innerhalb der Wohnung? Das ist nämlich tatsächlich meistens der Fall. Wenn du dich zum Beispiel auf den Weg zur Tür machst oder ist es tatsächlich erst, wenn du vor der Haustür stehst, dann passt du ab, wann du zurückkommst. Nämlich dann, wenn dein Hund noch neutral ist.

Ja, Minimum neutral. Optimalerweise ist er natürlich entspannt, aber Neutralität reicht uns auch vollkommen. Wir wollen nicht, dass der Hund schon da sitzt und denkt: „Oh mein Gott, oh mein Gott, wann kommt sie wieder oder wann kommt er wieder?“.

Sondern, dass der Hund wirklich neutral ist und mit der Situation gut klarkommt. Weil der große Vorteil, den du dann hast, ist, der Hund kann das Alleinbleiben auch damit verknüpfen.

Du bringst deinem Hund so bei, dass Alleinbleiben ist nichts Schlimmes, weil du sorgst dafür, dass dein Hund sich sicher fühlt.

Ja, du sorgst dafür, dass dein Hund nicht in Stress gerät, sondern dass es ihm gut geht dabei. Und wenn dein Hund merkt: „Hey, ich bin alleine und mir geht’s gerade gut.“, dann kann er das auch langfristig damit verknüpfen. Das bedarf natürlich ein bisschen Training und braucht auch seine Zeit. Aber da nimmst du diese Assoziation weg „Alleinbleiben = Stress“. Also das ist wirklich ein Riesen-Game-Changer im Training.

Ich weiß, das Training dauert trotzdem lange, keine Frage. Gerade wenn der Hund schon lange Erfahrung mit Trennungsstress gemacht hat und immer wieder negative Momente hatte, dauert es eine Zeit, um das herauszubekommen. Das ist ganz klar.

Aber das ist tatsächlich der Weg und das ist der Weg, der funktionieren kann. Also dass du wirklich Stress rausnimmst und dem Hund zeigst: „Hey, das ist nichts Schlimmes“. Da brauchst du nicht warten vor der Tür, bis dein Hund aufgehört hat zu bellen, weil wir lassen’s gar nicht so weit kommen.

Bei Welpen

Um noch mal Bezug zu nehmen auf das, was ich am Anfang gesagt habe, das ist ja logisch und bei Hunden, die keinen Trennungsstress haben, kann man das so machen. Kann man so machen, aber auch da frage ich mich, wenn du jetzt einen Welpen hast, der drei, vier Monate alt ist, warum muss da überhaupt erst mal ins Bellen kommen? Da kannst du’s genauso angehen. Da auch, hol dir eine Kamera. Beobachte deinen Welpen, wenn du ihn verlässt.

Geh erst mal nicht nach draußen, sondern bewege dich zunächst in einer Wohnung von ihm weg und beobachte mal, läuft er dir vielleicht viel hinterher? Dann musst du da erst mal ansetzen. Oder kannst du dich schon ganz frei bewegen und vielleicht auch Richtung Haustür gehen? Und wenn du dann vor die Haustür gehst, gehst du für eine Sekunde raus, kommst direkt wieder rein zu deinem Welpen zurück, weil so lernt dein Welpe von Anfang an: „Hey, das ist gar nichts Schlimmes hier, das Alleinbleiben. Das gehört zum Alltag dazu.“

Also auch da empfehle ich:

Warte nicht, bis dein Hund erst mal bellt. Ja, warum sollen wir das unserem Hund antun? Warum sollen wir erstmal warten, bis der Hund in irgendeine Form von Stress gerät, wenn’s auch anders geht.

Mein Fazit:

  1. Kamera kaufen.
  2. Körpersprache des Hundes analysieren, wirklich auf Stressanzeichen achten. Da kannst du auch gern mal im Alltag schauen, wie reagiert dein Hund so als Erstes auf Stress? Häufig sind das ähnliche Zeichen, die sie da geben – meine Hündin reagiert häufig mit Kratzen oder über die Schnauze lecken.
  3. Deinen Hund ganz klar beobachten und rechtzeitig zurückkommen, ja, nämlich dann zurückkommen, wenn dein Hund noch mindestens neutral ist, optimalerweise entspannt. Denn das, was wir am Ende haben wollen, ist Neutralität bis Entspannung. Das dürfen wir im Prozess auch fördern.

Viel Spaß mit den Trainingsschritten. Schreib mir gern, für welche Kamera du dich entschieden hast und ob du schon angefangen hast zu trainieren und wie eure Fortschritte sind. 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.