Du möchtest deinem Hund das entspannte Alleinbleiben beibringen?

Schaue dir das Mini-Training f√ľr 0‚ā¨ an, in dem ich dir 3 Tipps zur Sofort-Umsetzung an die Hand gebe.

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Hallo und schön, dass du dabei bist bei einer neuen Podcast-Folge. Das ist eine ganz spontane Q&A Podcast Folge. Also lass uns mal starten.

1. Frage: Arbeitest du √ľber Raumvorgaben beim Alleinbleiben?

Jein ist meine Antwort dazu. Ich arbeite damit auch sehr gerne, dass es vielen Hunden hilft, wenn man den Raum etwas begrenzt. Das bedeutet, auf gar keinen Fall den Hund in eine Box zu sperren, davon bin ich √ľberhaupt nicht √ľberzeugt. Das nimmt auch dem Hund jegliche Selbstwirksamkeit. Da gehe ich in einer anderen Folge drauf ein. Aber was eben helfen kann, ist zu sagen, okay, mein Hund bekommt nicht die ganze Wohnung zum Alleinbleiben, sondern ich baue in einem Zimmer, im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer zum Beispiel, einen Ruheplatz auf, einen Sicherheitsplatz und mache den ganzen Raum damit auch so mehr oder weniger zum Safe Space. Und auch zum Alleinbleiben Raum.

Das wird nachher dann auf lange Sicht auch zu einem Ritual, was hoffentlich dann auch zum positiven Ritual wird, wenn man’s richtig macht und wenn man eben drauf achtet, dass der Hund entspannt ist beim Alleinbleiben und ihn nicht √ľber seine Reitschwelle pusht, also nicht so sehr pusht, dass er eben in Stress ger√§t. Und dann kann das supergut sein eben, den Raum zu begrenzen und eben zu sagen, okay, mein Hund hat nicht die ganze Wohnung zur Verf√ľgung, sondern nur einen Raum.

Ich habe das auch selbst bei meiner H√ľndin in der letzten Wohnung so gemacht. Wir wohnen da mittlerweile jetzt nicht mehr seit Kurzem, aber da habe ich das Alleinbleiben im Wohnzimmer aufgebaut und das habe ich auch immer so beibehalten. Sie hatte beim Alleinbleiben dann nie die komplette Wohnung, sondern immer das Wohnzimmer und entsprechend w√ľrde ich auch schauen eben bei der Raumauswahl, wenn du das machen m√∂chtest zu gucken, eignet sich der Raum langfristig und dabei auch zu beachten, wie die Temperaturen im Sommer sind, wie sind so die Au√üenreize, die da hereinkommen, ist dein Hund da sehr schnell abgelenkt und l√§sst sich dadurch aufpushen, hat da Blick zur Stra√üe, sieht da viele Hunde, h√∂rt da viele Kinder? Also auch grunds√§tzlich das zu betrachten, aber auch zu gucken:

In welchem Raum f√ľhlt sich dein Hund grunds√§tzlich schon wohl?

Weil das kommt ja im Training zugute, also wenn du einen Raum nimmst, wo du sagst okay, den liebt mein Hund eh, da zieht er sich gerne zur√ľck und du kannst diesen Raum zum Alleinbleiben Raum machen, dann ist das ideal. Von daher bin ich, wie du merkst, sehr √ľberzeugt davon. Ein Raum f√ľr deinen Hund kann gut funktionieren, aber es gibt auch Ausnahmen und Ausnahmen best√§tigen die Regeln und ich habe auch in SturmFrei! einige, bei denen das nicht machbar ist, weil sie zum Beispiel eine sehr offene Wohnung haben. Und es gibt eben auch welche, die sagen, hey, ich m√∂chte gerne, dass mein Hund die komplette Wohnung zur Verf√ľgung hat und ich bin davon √ľberzeugt, dass es bei meinem Typ Hund auch besser ist und da bin ich halt auch immer Fan von, zu schauen, wie tickt dein Hund, wie sch√§tzt du deinen Hund ein? Wie ist dein Bauchgef√ľhl in Bezug auf den Raum begrenzen versus eben die komplette Wohnung nehmen?

Und da eben dann auch so ein bisschen sich danach zu richten, weil letzten Endes ist es halt so, dass jeder Hund anders ist. Jeder Mensch ist anders. Die r√§umlichen Begebenheiten unterscheiden sich auch noch mal. Das hei√üt, man muss da auch wie so oft immer noch mal individuell schauen, wie man das ganze Ding eben letzten Endes dann auch aufzieht und da gibt es nicht so den einen goldenen Weg, den gibt’s beim Thema Alleinbleiben sowieso nicht und auch bei anderen Hundethemen ja nicht. Aber auch, was die Empfehlung angeht, den Raum begrenzen oder eben nicht begrenzen, kann ich jetzt nicht sagen, jeder sollte das so machen oder eben nicht so, sondern hier immer noch mal bitte individuell schauen.

Ganz, ganz wichtig ist, wenn man den Raum begrenzt, dass man das nicht eins zu eins so umsetzt, indem man den Hund zum Beispiel k√∂rperlich begrenzt und ihnen √ľber Gehorsam zeigt – du musst jetzt in dem Raum bleiben. Das ist ja h√§ufig so, wenn Leute bei mir landen im Programm, dass sie das bisher so gelesen haben, weil das eben auch h√§ufig im Internet so empfohlen wird. Hey, begrenze deinen Hund mal k√∂rperlich, wenn er dir hinterherlaufen will und dann dr√§ngst du ihn wieder so ein bisschen in den Raum zur√ľck, sodass er lernt, er muss in dem Raum bleiben. Das empfehle ich nicht, weil da arbeiten wir sehr in die Richtung Gehorsam und eben k√∂rperliche Begrenzung.

Und das Alleinbleiben ist etwas, wo wir mit einem Gef√ľhl arbeiten.

Das habe ich ja schon sehr h√§ufig erw√§hnt. Das hei√üt, wir wollen das Gef√ľhl ver√§ndern. Wir wollen, dass der Hund wirklich fein ist in der Situation und nicht einfach nur in dem Raum bleibt, weil er es muss. Weil wenn du daf√ľr sorgst, dass dein Hund dort bleiben muss, dann kann es sein, dass du auch da am Anfang vielleicht ganz gute Fortschritte machst, aber der Hund ist nie wirklich super entspannt in der Situation. Der Hund wei√ü einfach, er darf jetzt nicht raus und dann kann der Hund das vielleicht handeln, bis zum Beispiel 30 Minuten.

Danach kommt auf einmal ein Stress und das sind n√§mlich die Hunde, bei denen¬†Herrchen und Frauchen da stehen und sagen, warum kommen wir √ľber die bestimmte Zeit nicht hinaus? Also es kann auch andere Gr√ľnde haben, aber das ist so ein Beispiel daf√ľr.¬†Deshalb, wenn du so einen Raum ausw√§hlst, wirklich gerne als Safe Space aufbauen, mit einem sch√∂nen Ruheplatz, an dem nur positive Dinge passieren und entsprechend auch so kleinschrittig arbeiten, dass dein Hund sich dort wohlf√ľhlt, wenn du nicht mit ihm in einem Raum bist. Und entsprechend das positiv verkn√ľpfen kann und das kann auch erst mal bedeuten, dass du dich im Raum bewegst oder dass du eben mit offener Zimmert√ľr arbeitest. Also gerade am Anfang empfehle ich immer noch mal einmal mehr draufzuschauen, ist der Hund entspannt und nicht zu schnelle Fortschritte machen zu wollen.

2. Frage: Mein Hund kann abends gut alleine bleiben, tags√ľber nicht. Woran liegt das?

Das ist tats√§chlich etwas, was ganz, ganz h√§ufig vorkommt und gerade im Training w√ľrde ich sagen, dass 99 Prozent meiner SturmFrei!-Teilnehmer und Teilnehmerinnen sagen, zu gewissen Tageszeiten l√§uft es besser als zu anderen Tageszeiten. Und woran das jetzt liegen kann, in dem einzelnen Fall kann ich nicht sagen, weil ich kenne das Training von euch nicht. Es kann ja mehrere Gr√ľnde haben. Ich gebe dir mal so ein paar Eckpfeiler, an denen du dich orientieren kannst, woran du vielleicht auch erkennen kannst, ah klar, daran liegt es bei uns. Ich w√ľrde einmal hinterfragen, hast du vielleicht abends h√§ufiger ge√ľbt als tags√ľber? Ja, also vielleicht hast du das Alleinbleiben komplett abends ge√ľbt, weil du vielleicht tags√ľber gearbeitet hast oder nicht zu Hause warst, was auch immer, dann kann es eben sein, dass dein Hund gelernt hat oder verkn√ľpft hat, abends beim Alleinbleiben bin ich sicher, da geht’s mir gut.

Aber Hunde sind leider nicht so gut im Generalisieren. Das bedeutet dann n√§mlich, dass sie das nicht so gut auf jede Tageszeit √ľbertragen k√∂nnen. Deshalb empfehle ich auch immer, f√ľr dich auch interessant, wenn du noch im Training bist, jede Tageszeit zu trainieren, die der Hund letzten Endes auch langfristig packen soll. Das hei√üt, wenn der Hund langfristig auch vormittags alleine bleiben soll und du arbeitest unter der Woche Vormittag, dann w√ľrde ich mal ganz gezielt am Wochenende ein paar Vormittagseinheiten einbauen. Weil der Hund muss nat√ľrlich verstehen oder assoziieren, ich bin zu jeder Tageszeit sicher beim Alleinbleiben.¬†Das ist so ein Ansatzpunkt.

Und wenn du jetzt zum Beispiel im Training bist und du stellst fest, okay, dein Hund kann abends schon viel l√§nger alleine bleiben als tags√ľber als morgens oder ja, also wenn du feststellst, einfach dein Hund kann zu gewissen Tageszeiten besser alleine bleiben als zu anderen. Dann kann es nat√ľrlich, dass dein Hund zu den Zeiten eh schon entspannter ist, da vielleicht m√ľde ist. Bei uns damals bei Seven war’s witzigerweise andersrum. Meistens ist es so, dass es abends gut funktioniert. Bei uns war es so, dass sie vormittags am Anfang super gut alleine bleiben konnte, richtig gute Fortschritte gemacht hat und abends haben wir so ein bisschen hinterhergezogen. Lag auch im Nachgang daran, dass wir abends einfach teilweise auch zu faul waren, zu trainieren, was ich nicht noch mal so machen w√ľrde. Also das war dann einfach hausgemacht sozusagen und mussten da einfach abends noch ein bisschen l√§nger festigen als vormittags.

Das hei√üt, es gibt ja gewisse Tageszeiten und das ist ja auch von Hund zu Hund unterschiedlich, wobei die meisten eben abends auch m√ľde sind, vielleicht bei euch zu Hause weniger los ist, wo dein Hund grunds√§tzlich besser in die Ruhe findet, wo er sowieso schon mehr m√ľde ist als zu anderen Tageszeiten und dann hast du nat√ľrlich eine bessere Ausgangsposition und f√§llt es dem Hund auch h√§ufig leichter in den Momenten eben entspannt alleine zu bleiben als zu anderen Tageszeiten. Genauso w√ľrde ich auch immer schauen, okay sind die Bed√ľrfnisse des Hundes erf√ľllt, wenn jetzt gerade ein Spaziergang ansteht, dann ist es f√ľr den Hund nat√ľrlich nicht so leicht entspannt alleine zu bleiben, wenn er gerade in dem Modus ist, okay, jetzt habe ich mal Lust, mich zu bewegen und irgendwas zu machen.

Hier ganz, ganz wichtig, wie schon gesagt, decke wirklich alle Tageszeiten ab.¬†Das bedeutet, wenn du m√∂chtest, dass dein Hund morgens um zehn alleine bleiben kann, dann trainiere auch morgens um zehn. Das muss nicht jeden Tag sein, aber sollte doch in regelm√§√üigen Abst√§nden stattfinden. Damit dein Hund das eben auch lernen kann zu der Zeit und noch wichtiger ist, dass du dann so ein bisschen zweigleisig f√§hrst. Auch die SturmFrei!-Teilnehmer:innen haben das, dass sie zum Beispiel merken, okay abends funktioniert’s jetzt besser als morgens. Dann k√∂nnen wir abends schon mehr Fortschritte machen und morgens ziehen wir noch hinterher. Das bedeutet, morgens arbeitest du zum Beispiel noch kleinschrittiger, um eben deinem Hund auch die M√∂glichkeit zu geben, morgens das Alleinbleiben positiv beziehungsweise neutral zu verkn√ľpfen. Also ein Fehler, den man hier machen kann, ist zu sagen, okay, mein Hund bleibt jetzt abends schon eine Stunde alleine und morgens muss er das jetzt auch packen, weil dann kannst du dir das Alleinbleiben auch wieder versauen, um es einfach mal so zu formulieren.

Hier w√§re dann der richtige Ansatz zu sagen okay abends, die Stunde ist sicher, das kriegen wir hin und morgens arbeiten wir dann zum Beispiel noch im Bereich zehn Minuten oder Viertelstunde und richten uns auch danach.¬†Davon hast du am Ende mehr. Da hast du dann langfristig wirklich einen entspannten Hund und nicht einen Hund, der das Alleinbleiben immer wieder so ein bisschen mit Negativit√§t und Stress verkn√ľpft.

Worauf ich noch achten w√ľrde tags√ľber besonders: Wie reagiert dein Hund auf Ger√§usche und gibt es vielleicht tags√ľber bei euch Ger√§usche?

Das k√∂nnte nat√ľrlich auch ein Grund sein, gerade wenn’s zu der Zeit nicht trainiert wurde. Dass es vielleicht in der Wohnung √ľber euch, das haben wir jetzt auch gerade bei einer Teilnehmerin, da knarscht der Boden und der Hund, der reagiert tats√§chlich prim√§r auf das Ger√§usch, ist dann beim Alleinbleiben aber ganz schnell gestresst und kommt dann in so eine Stressspirale.¬†Das hei√üt, hier ist der Ansatz tats√§chlich erst mal beim Ger√§usch.¬†Das Problem ist eben, wenn so etwas stattfindet, dass die Hunde dann auch das Alleinbleiben negativ verkn√ľpfen k√∂nnen. Das hei√üt, hier w√ľrde ich schauen, wenn du merkst, okay, dein Hund bleibt abends super alleine, tags√ľber nicht – Was gibt es so tags√ľber, was abends eben nicht stattfindet? Ger√§usche, vielleicht auch Ruhe oder Unruhe, mehr Action bei euch. Tags√ľber, ich wei√ü nicht, vielleicht hast du Kinder, die tags√ľber herumlaufen, wo der Hund grunds√§tzlich auch nicht so gut zur Ruhe kommt und entsprechend auch das gar nicht so kennt, tags√ľber zu ruhen und dann soll er auf einmal alleine bleiben und ganz ruhig sein, aber ist vielleicht sonst viel mit den Kindern bei dir in Gange. Da w√ľrde ich immer einmal den Blick auch wieder individuell auf den Alltag werfen und vergleichen, aber ansonsten f√§hrst du mit den Punkten, die ich eben schon genannt habe, eigentlich ganz gut.

3. Frage: Futter und Spielzeug helfen meinem Hund nicht, in die Entspannung zu gelangen. Wie kann ich meinem Hund das Alleinbleiben schmackhaft machen?

Und ganz interessant bei dieser Frage ist, dass diese Frage schon gar nicht meinen Ansatz widerspiegelt, was gar nicht schlimm ist, aber ich m√∂chte das einmal erkl√§ren. Meine Antwort w√§re tats√§chlich: Gar nichts musst du machen, weil wir arbeiten weder mit Futter noch mit Spielzeug beim Alleinbleiben, zumindest in meinem Training. Das hat den einfachen Grund, dass wir den Hund gar nicht aktiv irgendetwas schmackhaft machen wollen. Das ist einer der Gr√ľnde, auf die anderen gehe ich gleich noch mal ein. Da w√§ren wir ja wieder im Bereich Bewusstsein, bewusste Entscheidung treffen.

Dazu noch mal ein Beispiel: Mein Hund macht Sitz. Ich gebe ihm Leckerchen und er verkn√ľpft: Okay, wenn ich Sitz mache, kriege ich ein Leckerchen. Hier w√§ren wir dann ja bei, okay, ich gebe meinem Hund ein Leckerchen, wenn er alleine war und die Theorie dahinter oder der Gedanke dahinter ist: Okay, mein Hund verkn√ľpft das Alleinbleiben mit ‚Das hast du gut gemacht, mach das bitte wieder so‘. Das wollen wir nicht, weil wir wollen mit dem Gef√ľhl arbeiten, wir wollen das dahinter liegende Gef√ľhl des Hundes ver√§ndern. Das hei√üt, wir arbeiten hier mit dem Unterbewusstsein des Hundes und nicht mit dem Bewusstsein, also der Hund trifft keine bewussten Entscheidungen, nach dem Motto jetzt bleibe ich entspannt alleine, sondern Entspannung ist ja ein Gem√ľtszustand.

Und gerade wenn du merkst, dass Futter da nicht hilft, deinen Hund zum Beispiel in die Entspannung zu bringen, sondern dass es eher dazu f√ľhrt, dass er aufdreht, dann ist das nicht der richtige Ansatz f√ľr euch. Es gibt auch Hunde, die mit Futter auch Stress abbauen, Kauen ist so ein Thema, wo man gut Stress abbauen kann, Schlecken ist ein Thema, wo man gut Stress abbauen kann, aber ich habe tats√§chlich den Ansatz ohne Futter in meinem Training, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es bei ganz vielen Hunden dazu f√ľhrt, dass sie sich tats√§chlich hochpushen.¬†Und das Futter eine Ablenkungsma√ünahme ist. Das bedeutet, der Hund – gerade so ein Labbi zum Beispiel, der total futterorientiert ist – steigert sich halt voll rein in den Kong.
Frisst oder kaut sein Kauknochen, kriegt gar nicht so richtig mit, dass man geht und wenn der dann weg ist, dann geht der Stress so richtig los, weil dann merkt der Hund, wie, ich bin alleine? Und dann fährt der Stress aber ganz schnell hoch und das ist nicht das, was wir wollen.

Wir wollen ja schon gerne, dass die Hunde mitbekommen, dass wir gehen. Wir wollen eben nur den Hunden das so vermitteln und so beibringen, dass sie damit eben keinen Stress verkn√ľpfen, sondern Entspannung, beziehungsweise Neutralit√§t w√ľrde uns ja v√∂llig reichen, wenn es dem Hund einfach egal ist, wenn man weg ist. Er soll halt einfach keinen Stress haben.¬†Das bedeutet anstelle jetzt mit Leckerchen oder Spielzeug zu arbeiten und den Fokus daraufzulegen, okay wie kann ich das allein bleiben, meinem Hund total attraktiv machen, sollte der Fokus viel mehr darauf liegen, die negative Behaftung rauszunehmen, indem man den Hund erst mal gar nicht mehr alleine l√§sst au√üerhalb des Trainings und parallel dazu ein Training zu implementieren, was dem Hund eben zeigt, ich bin sicher beim Alleinbleiben, indem du eben darauf achtest, dass du rechtzeitig zur√ľckkommst.

Weil so hat der Hund die M√∂glichkeit eben das Alleinbleiben neutral bis positiv zu verkn√ľpfen und so ver√§nderst du letzten Endes das Gef√ľhl.

Alles andere mit Futter ist alles so ein bisschen Arbeit an der Oberfl√§che, aber nicht an den dahinter liegenden Ursachen. Und deshalb halte ich auch nicht so viel von dem Tipp mit dem Kong zum Beispiel, dass man ihn gibt und wenn man reinkommt, wieder wegnimmt. Aus genannten Gr√ľnden und tats√§chlich ist es auch h√§ufig so, dass dann Leute bei mir landen, die sagen, ja, ich habe auch den Kongtrick ausprobiert und mein Hund kriegt jetzt schon Panik, wenn er den Kong sieht, weil solche Tipps im Internet vermitteln ja, dass das Alleinbleiben-Training ganz schnell auf die Reihe zu bekommen ist, was einfach nicht der Fall ist bei Hunden mit Trennungsstress. Und dass solche kleinen Hacks halt das Thema einfach l√∂sen.

Und wenn man jetzt diesen Kong gibt und der Hund kommt trotzdem in Stress, kann er auch negativ verkn√ľpft werden, weil letzten Endes l√∂st der Kong nicht das Problem. Der Kong l√∂st nicht den Trennungsstress und der Kong sorgt auch nicht daf√ľr, dass dein Hund danach entspannt ist. So, das bedeutet, es kann sein, dass du den Kong gibst, dein Hund kommt trotzdem mega in Stress und du machst es immer weiter damit und hast Hoffnung, dass der Kong das Problem ja irgendwann l√∂st, hast am Ende vielleicht einen Hund, der sagt √§h nee, nee, nee, komm gar nicht erst mit dem Kong an. Du l√§sst mich ja wieder alleine und entsprechend schon so was eben negativ verkn√ľpft hat. Deshalb w√ľrde ich davon wirklich abraten. Lass uns √ľbergehen zur n√§chsten Frage. Auch eine sehr interessante Frage. Der Hund des Fragestellers schl√§ft entspannt alleine.

4. Frage:¬†Mein Hund schl√§ft entspannt alleine, freut sich aber exzessiv, wenn ich zur√ľckkomme. Ist das Trennungsstress?

Kann ich nicht beantworten, weil ich den Hund noch nie gesehen habe. Also das ist kein Hund, der bei mir im Training ist. Was ich aus Erfahrung sagen kann, ist, dass viele Hundehalter ein ruhiges Liegen des Hundes mit Entspannung beim Alleinbleiben verkn√ľpfen. Das bedeutet, viele denken, okay, mein Hund liegt ja, ist ja entspannt und das ist etwas, wo h√§ufig viel interpretiert wird. Nur weil der Hund liegt, bedeutet das nicht, dass der Hund entspannt ist. Ich w√ľrde immer schauen, auf der Kamera eben auch, wie liegt der Hund? Ist er wirklich entspannt? Und auch immer den Vergleich ziehen zu, wie liegt denn mein Hund entspannt oder wie sieht mein Hund aus in Entspannung, wenn ich dabei bin. Da hat man immer einen ganz guten Vergleichswert. Das bedeutet, es kann ja sein, dass der Hund liegt, aber zum Beispiel die T√ľr fixiert und gar nicht wirklich ruht, sondern einfach da liegt, sich vor die T√ľr legt, die T√ľr anstarrt bis du wiederkommst und dann hast du so einen klassischen Hund, der eher im Stillen Leiden ist.

Dann macht es auch Sinn, wenn er sich total exzessiv freut, weil dann bedeutet das auch noch mal, er hatte Stress beim Alleinbleiben. Aber es gibt eben auch Hunde, die den Stress nicht zeigen, indem sie bellen, indem sie zerst√∂ren, sondern¬†die zum Beispiel nur unruhig hin und her laufen, vermehrt den Platz wechseln, also die das sehr subtil zeigen oder sich eben einfach hinlegen und die T√ľr anstarren.¬†Ja, also es bedeutet aber jetzt nicht, dass das bei jedem der Fall sein muss. Es kann auch einfach sein, dass dein Hund wirklich entspannt ist beim Alleinbleiben und einfach vom Pers√∂nlichkeitstyp auch so ist, dass er sich sehr stark freut.

Meine H√ľndin ist zum Beispiel so. Sie freut sich doll und sie freut sich aber auch bei jedem anderen Menschen doll und sie ist generell ein Hund, der sich doll freut. So, das sollte man auch ein bisschen im Hinterkopf behalten. Das hei√üt, wenn du jetzt einen Hund hast, der seine Freude sehr stark zum Ausdruck bringt, grunds√§tzlich auch in anderen Situationen, gar nicht irgendwie, wenn jemand kommt, sondern grunds√§tzlich, wenn du einen Hund hast, der sich sehr doll freut, wo du das Gef√ľhl hast, hey, freut sich doller als jetzt der Nachbarshund, dann ist vielleicht auch einfach dein Hund so. Dann bedeutet das nicht sofort, dass dein Hund Trennungsstress hat. Das hei√üt, es kann sein, aber es muss nicht sein, ich w√ľrde immer die Gesamtsituation und den Gesamtausdruck des Hundes betrachten und dann entsprechend analysieren und dann auch interpretieren.

Also Tipp an dieser Stelle nochmal: die Kamera optimalerweise so positionieren, dass du auf jeden Fall die Augen siehst, also dass du die vielleicht von der T√ľr weg positionierst.

Um dann eben noch mal zu schauen, ist dein Hund wirklich entspannt oder liegt er da zum Beispiel und leidet still. Dann auch noch mal gucken, wie oft wechselt er den Platz? Läuft er vielleicht unruhig hin und her? Also solche Dinge einfach abchecken.

5. Frage:¬†Ist es ok, wenn der Hund denkt, dass man blo√ü vor der T√ľr steht?

Ich finde das ehrlich gesagt nicht okay. Weil ich m√∂chte gerne, dass die Hunde, die bei mir im Training sind, schon aktiv mitbekommen, dass sie alleine sind. Wenn du das so aufbaust √ľber ein rausschleichen und den Hund sozusagen austrickst, dann hast du nie ein sicheres Alleinbleiben. Da hast du auch dann wieder nur ein bisschen an der Oberfl√§che gearbeitet und f√ľr dich eine L√∂sung gefunden, die f√ľr den Moment vielleicht ganz gut funktioniert, aber du hast die Ursache nicht behoben.

Das hei√üt meiner Meinung nach ist der bessere Weg immer wirklich ein qualitativ hochwertiges Training zu beginnen, kleinschrittig zu arbeiten, sich auch einfach die Zeit zu nehmen. Ich wei√ü selbst, dass es kein Thema ist, was man gerne macht, aber du hast da langfristig mehr von. Weil wenn du deinen Hund ins Alleinbleiben austrickst sozusagen, indem du dich rausschleichst und dein Hund denkt, du stehst da noch vor der T√ľr, dann muss einmal was passieren. Da muss einmal ein Ger√§usch kommen. Der Hund kommt in eine Unruhe und du bist da nicht sofort wieder da. Und wenn du aber schaust, dass du eben ein gutes Training aufbaust, wo du dir auch die Zeit f√ľr nimmst und wo du deinem Hund halt wirklich kleinschrittig beibringst, hey du bist sicher und dich um Safe Space k√ľmmerst, dann kommen ja auch im Training eben schon in der Regel die Ger√§usche zum Beispiel vor, die auch beim Alleinbleiben vorkommen k√∂nnen und da deckst du halt sehr viel mehr mit ab, beziehungsweise mit diesem Ruheplatz sorgst du ja auch daf√ľr, dass dein Hund eine Strategie hat, falls sowas mal aufkommt.

Also ich bin tats√§chlich √ľberhaupt kein Freund davon, eben den Hund in das Alleinbleiben reinzulegen und sich rauszuschleichen, weil das ist letzten Endes, wie eben gesagt, einfach ein Arbeiten an der Oberfl√§che. Das ist so ein bisschen: okay, wir wollen jetzt das schnellstm√∂glich hinbekommen, aber die Ursache dahinter ist nicht behoben, also der Stress, den der Hund eben entsprechend hat. Deshalb zum Abschluss dieser Podcast-Folge grunds√§tzlich immer die Empfehlung, nimm dir die Zeit f√ľr das Training. Ich wei√ü, dass es nicht cool ist, das zu trainieren, das wei√ü ich aus erster Hand, das wei√ü ich, weil ich die Erfahrung selbst pers√∂nlich machen musste und ich bekomme es t√§glich auch in meiner Gruppe mit, aber es gibt Mittel, es gibt Wege und du hast langfristig mehr davon, weil optimalerweise hast du 10 bis 15 Jahre mit deinem Hund und wenn dein Hund jetzt noch jung ist zum Beispiel, dann nutze lieber jetzt die Zeit, um sp√§ter keinen Stress mehr damit zu haben. Und du tust deinem Hund wirklich Gutes damit, weil er eben einfach sehr viel weniger Stress auch in seinem Leben hat und auch dir erm√∂glichst du eben auch wieder die Freiheit mal einkaufen zu gehen, zum Sport zu gehen, ins Kino zu gehen und so weiter, ohne das Gef√ľhl zu haben, du hast deinen Hund ins Alleinbleiben ausgetrickst.

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