Du möchtest deinem Hund das entspannte Alleinbleiben beibringen?

Schaue dir das Mini-Training für 0€ an, in dem ich dir 3 Tipps zur Sofort-Umsetzung an die Hand gebe.

Du liest lieber? Nachfolgend findest du die Podcast-Folge als Transkript.

Hey und schön, dass du dabei bist bei einer neuen Podcast-Folge und das ist unsere erste gemeinsame Q&A-Podcastfolge. Das heißt, ihr habt vorab ja ganz fleißig Alleinbleiben-Fragen eingereicht und ich habe mir einige rausgezogen und die werden wir heute gemeinsam besprechen. Lass uns mal gemeinsam direkt durchstarten, weil wir ein straffes Programm haben. Wir haben hier einige Fragen auf’m Tisch heute und ich würde gerne starten mit

Frage 1: Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Trennungsstress und Trennungsangst?

Es ist so, dass ja ganz viele Begriffe, vor allem im Internet kursieren, aber auch verschiedene Hundetrainer:innen mit verschiedenen Begriffen arbeiten. So ist ein häufiger Begriff zum Beispiel die trennungsbedingte Störung. Ich selbst habe für mich drei Begriffe festgesetzt. Aufgrund der Einfachheit, weil man gut damit arbeiten und weil man seinen Hund da eigentlich immer ganz gut einordnen kann. Und in meinem Training sprechen wir vom Trennungsstress bei jedem Problem, was der Hund in Bezug auf das Alleinbleiben hat, außer wenn die Ursache darin liegt, dass der Hund nicht ausgelastet ist zum Beispiel, also wenn man jetzt irgendwie einen Junghund alleine lässt, von 0 auf hundert, der ist nicht ausgelastet und dem ist langweilig und der fängt an, was zu zerstören. Dann ist es nicht zwangsläufig Trennungsstress. Dann liegt es eben daran, dass der Hund eben vorher keine Auslastung bekommen hat.

Trennungsstress als Überbegriff

Trennungsstress ist also sozusagen der Überbegriff von verschiedenen Verhaltensweisen, die sich eben zeigen, wenn der Hund nicht alleine bleiben kann, wenn der Hund ein Problem damit hat. Das heißt, Trennungsstress ist wirklich auch sozusagen das Dach von allem, wovon ich jetzt spreche. Und zwar habe ich unter dem Begriff Trennungsstress noch zwei weitere Begriffe. Das ist einmal der Isolationsstress und einmal die Trennungsangst.

Beim Isolationsstress ist es so, dass dein Hund überhaupt gar kein Problem damit hat, woanders zu bleiben, wenn du nicht dabei bist. Also der kann problemlos bei deiner Mutter bleiben, der kann problemlos bei Freunden bleiben, der ist vielleicht auch in der HuTa, beim Hundesitter, wo auch immer. Das ist für ihn gar kein Problem, hauptsache nicht komplett alleine. Ja, also da liegt dieses Problem da drin. Komplett alleine gelassen zu werden, aber der Hund hat überhaupt gar keine Schwierigkeit, damit woanders zu sein, wenn du nicht dabei bist.

Die Trennungsangst hingegen ist noch mal eine Spur härter, weil da geht’s auch darum, der Hund hat schon Stress, wenn er von dir oder von ja meistens sind’s maximal zwei Personen getrennt sind. Das heißt, du bist die Hauptbezugsperson für deinen Hund, vielleicht dein Freund, deine Freundin auch noch und wenn dein Hund von dir oder euch beiden getrennt ist, bekommt er Stress. Das heißt, er kann nicht gut bei anderen Menschen bleiben. Du merkst, dass er bei anderen Menschen bereits schon in Stress gerät, dass er vielleicht nicht frisst, dass er viel hechelt. Dass er da viel hin- und herläuft, dass er vielleicht sogar auch bei anderen Menschen bellt, auch das hatten wir tatsächlich schon einen SturmFrei!

Das heißt, die Intensitäten da unterscheiden sich natürlich auch noch mal ganz massiv. Aber wenn du merkst, okay dein Hund gerät auf irgendeine Art und Weise woanders in Stress, dann geht es eher in die Richtung Trennungsangst als Isolationsstress. Ganz wichtig: man kann Hunde und auch Menschen nicht immer so ganz klar kategorisieren und sagen, das ist jetzt hundertprozentig Isolationsstress, das ist hundertprozentig Trennungsangst. Das vermischt sich teilweise auch. Das kann zum Beispiel sein, dass dein Hund früher nicht gut bei deiner Mutter bleiben konnte. Dort kann er mittlerweile aber ganz gut bleiben, weil er da ein gutes Vertrauen aufgebaut hat, aber bei anderen Menschen tut er sich noch schwer damit.

Es kann sein, dass er nur leichten Stress hat bei anderen Menschen, dann ist es auch keine starke Trennungsangst. Also du merkst, da gibt es auch Mischformen. Das heißt, man kann das nicht ganz klar definieren in schwarz weiß, sondern da gibt’s halt auch eine Grauzone. Aber um das noch mal zu wiederholen, Trennungsstress als Überbegriff, darunter dann eben Isolationsstress als eine Form des Trennungsstress, wo der Hund eben nur „nicht alleine bleiben kann“ und Trennungsangst als andere Form von Trennungsstress, wo der Hund eben auch schon das Problem hat bei anderen Menschen zu bleiben.

Frage 2: Kann ich Entspannungszonen über mehrere Etagen aufbauen oder sollte ich diese beschränken?

Wie so vieles, wie fast alles, was wir heute besprechen, ist das natürlich super individuell. Vielen Hunden hilft tatsächlich ein begrenzter Raum. Ich sage, mit Absicht vielen, weil auch Ausnahmen bestätigen die Regel. Also ich habe auch Hunde im Training, die brauchen das auch offener und das ist dann auch total okay. Es ist nicht unmöglich, das Alleinbleiben vernünftig aufzubauen, wenn der Hund zum Beispiel auch die ganze Wohnung hat. Den meisten Hunden hilft es aber, einen begrenzten Raum zu haben, weil dann kommen sie erst mal gar nicht so ins Suchen rein.

Der Platz ist überschaubarer und für einen selbst ist es häufig auch leichter, den Überblick zu behalten, weil gerade, wenn wir das Training aufbauen, also wenn du im aktiven Trainingsaufbau bist, dann ist es super super wichtig, dass du die Körpersprache deines Hundes immer beobachten kannst, dass du einfach deinen Hund sehen kannst. Und wenn du jetzt eine Wohnung über zwei Etagen hast, dann hast du ziemlich viele Möglichkeiten, verschiedene Kameras zu positionieren, um deinen Hund eben immer beobachten zu können, weil er dann vermutlich mal hier, mal da liegen wird und da stelle ich es mir jedenfalls schwer vor, das über zwei Etagen mit einer Kamera abzudecken, wenn nicht sogar unmöglich. Das heißt, da müsstest du berücksichtigen, dass du dir dann eben mehrere Kameras holst und die an verschiedenen Stellen der Wohnung positionierst. Also das ist auf jeden Fall ein wichtiger Punkt. Schau dann mal, wie schätzt du deinen Hund ein? Ich halte immer sehr viel vom Bauchgefühl.

Das heißt, wenn dein Bauchgefühl sagt, dein Hund braucht mehr Räume, dein Hund ist einer, der braucht das ein bisschen, dass es offener ist, dann probier’s einfach mal aus. Ich meine, beschränken kannst du’s immer noch. Ich würde dir nicht empfehlen, jetzt mitten im Training, wenn du schon monatelang trainierst, auf einmal zu sagen, nö jetzt kommst du nur in den einen Raum, sondern, wenn man so was ausprobiert, dann gerne ziemlich zu Beginn des Trainings.

Nicht zu viele Veränderungen auf einmal

Und das optimalerweise dann auch nicht mehr so stark verändern, weil jede Veränderung bringt ja auch immer Unsicherheit mit rein, weil alles, was du aufbaust, ist natürlich auch eine Art großes Ritual, was du eben in Bezug auf das Alleinbleiben aufbaust. Das bedeutet nicht, dass man später nicht nochmal was ändern kann. Das haben wir auch schon gemacht in SturmFrei!, aber ich würde nicht ständig hin- und herwechseln. Vor allem nicht, wenn es dann mal eine Zeit lang nicht vorwärtsgeht oder ein paar Rückschritte gibt, dann ist man als Mensch sehr geneigt dazu, zu sagen, okay, ich gehe jetzt mal ins andere Zimmer, da funktioniert’s bestimmt. Da müsste man dann schon genauer hinschauen.

Also schau einfach, was du denkst für deinen Hund. Probier’s aus, denk dran, dass du deinen Hund wirklich beobachten solltest, Körpersprache ist ein ganz, ganz wichtiges Thema beim Alleinbleiben-Aufbau und solltest du dich dann doch für einen Raum entscheiden, habe ich da auch noch ein paar Tipps für dich, zur Auswahl des Raumes. Ich würde hier schauen, in welchem Raum fühlt sich dein Hund grundsätzlich wohl?

Man kann ja meistens schon beobachten, okay, mein Hund liegt grundsätzlich gerne im Wohnzimmer, mein Hund ist gerne im Arbeitszimmer oder schläft bei uns im Schlafzimmer, fühlt sich dort auch sehr wohl, zieht sich gerne dort auf seinen Platz zurück. Dann bietet sich eben der Raum an, wo du eh schon eine Tendenz des Hundes erkennst, also dass er sich dort gerne aufhält. Ganz wichtig ist, dass du beachtest, dass die Temperaturen im Sommer nicht zu heiß werden. Es gibt ja Räume, die werden knallheiß. Weil sonst hast du langfristig das Problem, dass du dann vielleicht da schön im Winter das Alleinbleiben aufgebaut hast und im Sommer merkst du, okay, wir haben hier 35 Grad, so kann mein Hund hier ja auf gar keinen Fall alleine bleiben und dann musst du die Situation wieder verändern und das wäre ein bisschen unglücklich.

Das heißt, wähle mal einen Raum aus, wo du weißt, okay, da kannst du dafür sorgen, dass der Raum auch im Sommer eine vernünftige, angenehme Temperatur für deinen Hund hat. Und dann schau auch mal, wie sieht es mit Außenreizen aus? Reagiert dein Hund vielleicht auch stark auf Außenreize? Hast du bodentiefe Fenster, wo die ganze Zeit Vögel vor dem Fenster sitzen, wo dein Hund sich sowieso schon aufregt. Also mach dir das da gerne leicht und nimm ein Zimmer, wo das nicht so der Fall ist, also wo du auch weißt, der Hund hat die Möglichkeit, gut zur Ruhe zu kommen, weil er wenig Außenreize hat oder weil die Fenster eben nicht so sind, dass er die ganze Zeit rausgucken kann und ständig Hunde am Fenster vorbeilaufen oder was auch immer. Das sind so die Tipps, die ich dir zum Thema Raumauswahl noch mitgeben möchte.

Frage 3: Was mache ich, wenn mein Hund mir die ganze Zeit hinterherläuft?

Das ist ja ein Thema, über das sehr viel auch im Internet diskutiert wird, meistens mit den Begriffen Kontroletti, Kontrollieren, Kontrollverlust. Ich habe mit dem Begriff einfach eine Schwierigkeit, weil das dem Hund sehr viel Entscheidungskraft überträgt, also sehr viel Verantwortung auch überträgt und häufig in dem Kontext dann auch so ein bisschen impliziert wird, dass der Hund weniger Stress hat dadurch. Also mein Hund hat ja Kontrollverlust und keinen Trennungsstress und deshalb muss er da jetzt durch. Das ist so das, womit ich halt eine Herausforderung habe, weil ich das einfach anders sehe.

Kontrollverlust – da kann man sich super gut mal in die Lage versetzen. Man sitzt im Flieger, man hat Flugangst oder auch wieder einen gern genommenes Beispiel von mir mit Höhenangst. Das, was dir da passiert, wenn du da in dem Moment diese Angst verspürst, ist purer Kontrollverlust. Ein absolut schlechtes, negatives Gefühl und jeder, der das kennt, weiß, wie schlimm das Gefühl des Kontrollverlustes sein kann. Jetzt aber noch mal zurück zu der Ursprungsfrage: Was mache ich denn, wenn mein Hund mir die ganze Zeit hinterherläuft?

Schau mal, wo du ansetzen musst und zwar schau mal, ab wann dein Hund reagiert. Das heißt, wenn du jetzt auf der Couch sitzt und dein Hund springt sofort mit auf, dann hast du da etwas zu desensibilisieren. Das heißt, dein Aufstehen ist für deinen Hund, ein Trigger, alles klar, ich komme mit. Das heißt, du zeigst deinem Hund durch die Desensibilisierung, hier passiert gar nix, wenn ich aufstehe, indem du zum Beispiel zehnmal aufstehst und dich wieder hinsetzt oder noch häufiger zehn Minuten am Stück, bis es für deinen Hund langweilig wird und er sagt, okay interessiert mich nicht, dass du aufstehst.

Dann könnte der nächste Step sein, dass du dich erstmal im Zimmer bewegst, auch da mit dem Ziel, dass es für deinen Hund langweilig wird und dass er entspannt ist dadurch, dass er merkt, okay Frauchen, Herrchen bewegen sich von mir weg und es passiert gar nix. Ich kann hier total locker bleiben. Und dann könntest du, wenn du merkst, okay, dein Hund bleibt entspannt, aus der Tür rausgehen, also dich schon mal außerhalb der Sichtweite bewegen, sodass dein Hund da auch merkt, okay, es passiert auch nichts. Immer mit dem Blick auf die Kamera und mit dem Fokus darauf, dass der Hund eben neutral bis entspannt bleibt, weil dann kann er das auch damit verknüpfen.

Und dann wird er da nach und nach lernen (das dauert aber auch seine Zeit): Hey, ich brauche nicht hinterherlaufen. Es ist alles okay, wenn ich liegen bleibe. Gerade, wenn er das aus Stressgründen tut. Also wenn er das aus Unsicherheit tut, dann ist es ganz wichtig, da ein Vertrauen aufzubauen, dass der Hund merkt, Mensch, es geht mir auch gut, wenn ich nicht die ganze Zeit bei Frauchen Herrchen bin, wenn ich die nicht sehe. Und das wiederum stärkt dann auch das Selbstvertrauen in Bezug auf das spätere Alleinbleiben. Weil der Hund merkt eben, Mensch, ich kann mich ja entspannen, obwohl ich die beiden oder die eine Person nicht sehe.

Also hier bitte ansetzen und schauen, wo ist der Knackpunkt, ab wann reagiert der Hund und da eben dann ansetzen und das desensibilisieren und sich dann kleinschrittig voran arbeiten.

Und damit können wir auch ganz guten Übergang schaffen zur nächsten Alleinbleiben-Frage. Wenn du jetzt nämlich schon weiter bist, wenn du deinen Hund außerhalb der Sichtweite lässt oder sogar schon aus der Tür rausgehst, dann war eine Frage

Frage 4: Sollte ich meinen Hund ritualisiert verabschieden oder einfach gehen?

Und auch hier ist es individuell. Also eine ritualisierte Verabschiedung könnte sein, dass ihr ein Entspannungsritual aufgebaut habt, zum Beispiel den RelaxoPet oder Musik, was auch immer, ein Duft, dass du deinen Hund noch mal streichelst, dass du deinen Hund verabschiedest. Das alles gehört natürlich mit in ein großes Ritual zum Thema Alleinbleiben und ich würde hier erst mal schauen: Wie tickst du, weil das, was du aufbaust, solltest du auch langfristig beim Alleinbleiben umsetzen. Ganz wichtig ist, dass du verstehst, mit diesen Ritualen, die du aufbaust, gibst du deinem Hund eine Sicherheit, wenn du’s richtig machst.

Weil du zeigst ihm damit immer, wenn zum Beispiel die Musik läuft, dann passe ich drauf auf, dass du nicht in Stress gerätst und das verknüpft sich langfristig und damit weiß der Hund dann auch langfristig beziehungsweise bekommt denn ein Gefühl der Sicherheit. Mensch, die Musik läuft – ich kann gut alleine bleiben. Alles ist schick. Mir passiert hier nichts. So, das bedeutet aber auch, dass es sein könnte, wenn die Musik irgendwann nicht läuft, dass dein Hund auf einmal nicht so gut alleine bleiben kann, weil er das eben ganz klar mit der Musik oder mit dem anderen Ritual, welches du eben verwendest, verknüpft hast. Also schau hier einmal, wie bist du auch in der Lage, das langfristig zu machen? Ich sag’s ganz ehrlich, ich bin da so, ich brauche das super einfach, ich hab’s ohne Ritual, also ohne zusätzliches Ritual aufgebaut. Wie gesagt, das ganze Thema Alleinbleiben, Tür schließen etc. gehört ja auch mit zu einem Ritual.

Ich hab’s ohne Ritual aufgebaut und bin einfach vom Typ so, dass ich damals schon wusste, okay, mich würde das total nerven, wenn ich vorher noch irgendwie Musik anmachen muss oder was auch immer. Und hab’s komplett ohne gemacht, aber viele aus SturmFrei! machen’s mit und fahren auch sehr, sehr gut damit, weil das gerade Hunde unterstützen kann, die auch grundsätzlich ein bisschen stressanfälliger sind. Und dann ist das eine sehr sehr schöne Geschichte.

Ganz ganz wichtig ist, dass die Rituale natürlich nicht das Training ersetzen und man muss bei diesen Ritualen superstark darauf achten, dass der Hund nicht in Stress gerät dann während der Abwesenheit, weil sonst hast du nachher das Problem, dass das Ritual negativ verknüpft werden könnte. Und dann hast du zum Beispiel eine Musik und der Hund hatte das jetzt schon mehrfach bei Abwesenheiten, wo er wirklich in Stress geraten ist und dann dauert das nicht so lange und der Hund steht dann schon bei der Musik auf und sagt, alles klar, ich bin weg.

Ja, weil dann hast du genau das Gegenteil erreicht von dem, was du eigentlich mit dem Entspannungsritual verknüpfen wolltest. Du hast dann in diesem Fall nämlich eine negative Verknüpfung erschaffen, nämlich Alleinbleiben = Stress und Entspannungssignal, also z.B.

Musik = Alleinbleiben = Stress.

Was du ja aber möchtest, ist Entspannungssignal,

also Musik zum Beispiel = Alleinbleiben = Sicherheit.

Das heißt, gerade im Aufbau musst du ganz stark darauf achten, dass der Hund eben auch gefühlstechnisch in der Sicherheit drin ist, also neutral bis entspannt ist. Das war einmal so das zum Thema Entspannungsrituale, die man noch aufbauen könnte.

Trennungssignal

Das könnte ein Gegenstand sein, sodass du z.B. eine Schüssel hinstellst, immer wenn dein Hund alleine bleibt. Und damit verbindet er eben dann auch, ich bin alleine, ohne, dass ihr es vorher als Entspannungs-, als konditionierte Entspannung aufgebaut zu haben, sondern wirklich einfach nur als Signal, Mensch, jetzt bist du alleine oder eben auch ein Wort zu wählen. In diesem Fall ist es genauso wichtig, dass du schaust, dass dein Hund nicht in Stress gerät, weil sonst kann das eben auch ganz schnell passieren, dass dein Hund das Wort hört, dass dein Hund den Gegenstand sieht und sagt, alles klar, ich bin weg, mir geht’s gleich nämlich schlecht und das sind so die Dinge, die im Internet teilweise nicht mit betrachtet werden, weil da heißt es dann ja, wenn du deinem Hund das Alleinbleiben beibringen willst, dann arbeite doch mit einem Wort.

Aber es fehlt dann so dieser kleine Nebensatz und achte bitte darauf, dass dein Hund nach diesem Wort entspannt bleibt und du rechtzeitig zurückkommst, weil sonst hast du genau das Problem, der Hund hört das Wort und das Wort ist negativ verknüpft und du probierst dann 1000 neue Wörter aus und wunderst dich, warum das dann mit den Trennungssignalen nicht klappt, also mit den Wörtern. Also das ist super wichtig. Wenn du jetzt deinen Hund verabschieden möchtest, du möchtest ihn vielleicht noch über den Rücken streicheln, du möchtest ihm tschüss sagen. Dann würde ich hier auch immer ganz individuell rangehen und schauen: Passt es zu dem Hund, weil es gibt Hunde, gerade wenn du einen Hund hast, der vielleicht auch noch eher in die Richtung aufmerksamkeitsfordernd geht, die sich dadurch angesprochen fühlen.

Also auch da haben wir einen SturmFrei! ganz verschiedene Hundecharaktere. Wir haben uns gerade letztens drüber unterhalten. Die eine Hündin, da haben wir nämlich so erst gearbeitet, haben dann aber festgestellt, die fühlt sich dadurch angesprochen. Die denkt, okay, jetzt machen wir was zusammen. Das ist natürlich nicht förderlich, weil das holt sie dann in dem Moment aus der Entspannung raus und in diesem Fall haben wir uns eben dafür entschieden, dass Frauchen wortlos raus und reingeht, um die Hündin eben nicht in der Entspannung zu stören.

Genauso haben wir aber auch einen anderen Hund im Training. Die kommt noch mal so extra gut zur Ruhe, wenn man ihr noch mal über den Rücken streichelt. Das heißt, da verstärkst du die Entspannung noch mal und dann ist das eine supergute Sache, deinen Hund da noch mal zu unterstützen. Genauso würde ich mit der Begrüßung individuell umgehen. Es ist gerade im Umlauf beziehungsweise früher war’s so, dass man gesagt hat, auf gar keinen Fall begrüßen, mach erst mal fünf Minuten dein eigenes Ding. Sonst bestätigst du deinen Hund in dem exzessiven Freuen und so weiter. Du musst deinen Hund ignorieren, wenn du reinkommst und wenn du rausgehst. Und jetzt gibt’s zum Beispiel eine Studie, da bin ich in einer anderen Podcast-Folge auch schon drauf eingegangen, die herausgefunden hat, wenn wir getrennt sind von unseren Hunden, also wenn Hunde alleine sind, dann steigt der Cortisol-Pegel, das heißt Stress steigt an.

Hormonhaushalt der Hunde

Wenn wir wiederkommen, dann sinkt der Cortisol-Pegel schneller, wenn wir die Hunde begrüßen und gleichzeitig steigt der Oxytocin-Spiegel schneller an. Oxytocin ist unser Bindungshormon, das gibt uns ein gutes Gefühl, das ist also etwas Positives, das hat die Studie herausgefunden. So das führt so ein bisschen dazu, dass jetzt ganz viele den Tipp geben, du musst deinen Hund unbedingt begrüßen, aber auch da würde ich individuell auf die Situation schauen, weil das ist das gleiche Thema wie bei der Verabschiedung.

Es kann sein, dass dein Hund besser damit zurechtkommt, wenn du eben nicht begrüßt, wenn du erstmal ganz in Ruhe dein Ding machst und dann in Ruhe hingehst, deinen Hund begrüßt. Es kann aber auch sein, dass es deinem Hund total hilft, wenn du hingehst, kurz über den Rücken streichelst oder alternativ über den Rücken streichelst und zusätzlich noch was sagst oder vielleicht nur verbal begrüßt. Schau einfach mal, wie tickt dein Hund, wo hast du ein gutes Gefühl, auch da wieder Thema Bauchgefühl, was denkst du, ist dein Hund für ein Typ und welche Lösung ihr da für euch eben wählt? Meiner Meinung nach gibt’s nicht die eine perfekte Lösung, den einen goldenen Weg, sondern man muss immer auf die auf das Individuum schauen.

Frage 5: Wie trainiert man zu zweit im Haushalt? Ich höre von vielen, dass es bei Herrchen gut klappt, bei Frauchen aber gar nicht.

Und ja, das ist gar nicht so selten der Fall, weil ich wiederhole nochmal. Alles, was du aufbaust ist ja eine Art großes Ritual. Das heißt, wenn du jetzt ein Zimmer wählst, dann spielt das mit ein in das Alleinbleiben Ritual – wenn du die Zimmertür schließt, natürlich auch die Person, die trainiert. Das heißt, wenn dein Hund jetzt unter Trennungsstress leidet und Frauchen trainiert konstant mit dem Hund und der Hund kommt ins Vertrauen, dass er sicher ist beim Alleinbleiben, dann verknüpft er das gegebenenfalls auch mit der Person, die eben trainiert hat. So, jetzt kommt Herrchen und trainiert und der Hund sagt, das kenne ich gar nicht.

Nee, also das habe ich jetzt nicht als Sicherheit abgespeichert. Das heißt, bei Herrchen funktioniert das zum Beispiel dann nicht so gut. Und hier würde ich dann erstmal ansetzen und schauen, okay, wie wird es bei euch sein langfristig? Wollt ihr beide euren Hund alleine lassen, jederzeit sozusagen? Dann würde ich auch schauen, dass beide ins Training gehen oder ist es so, dass immer nur Frauchen den Hund safe alleine lässt oder nur Herrchen, dann ist es natürlich auch ausreichend, wenn nur diese Person mit dem Hund trainiert.

Also da würde ich erst mal die Zieldefinition sozusagen machen und schauen, wie soll’s eigentlich langfristig bei uns aussehen? Und dann ist es so, dass vielleicht einer mit dem Training startet und der Zweite steigt später ein. Das könnt ihr für euch entscheiden, wie ihr wollt oder beide fangen direkt mit dem Training an. Das heißt, da kann’s dann sehr gut sein, dass Frauchen zum Beispiel schon größere Fortschritte mit dem Hund gemacht hat als Herrchen. In dem Fall ist es so, dass Frauchen auch weiter Fortschritte machen kann.

Also weiter jetzt zum Beispiel, angenommen, wir sind bei 30 Minuten. Das Frauchen eben mit den 30 Minuten weiter arbeiten kann. Herrchen holt den Hund aber dort ab, wo er in dem Moment steht, das heißt bei Herrchen kann’s sein, dass der Hund fünf Minuten alleine bleibt. Das heißt, Herrchen arbeitet sich von den 5 Minuten aufwärts und zwar kleinschrittig. Das heißt, man fährt da so ein bisschen zweigleisig. Das ist übrigens mit den Tageszeiten ganz ähnlich. Da kann das auch mal so laufen, dass eine Tageszeit besser läuft als die andere. Das ist ganz, ganz häufig der Fall. Und auch in diesem Fall würde man dann zweigleisig fahren und sagen, okay, die gute Zeit, die verstärkt man schon, da kann man weiter Fortschritte machen.

Zu den schwierigeren Zeiten arbeitet man noch kleinschrittiger und holt den Hund eben dort ab, wo er gerade ist. Ich habe da auch gerade ein ganz gutes Beispiel in SturmFrei! und zwar haben wir gerade ein Pärchen in SturmFrei! mit einer Hündin.

Und Frauchen eins kann die Hündin schon zweieinhalb Stunden alleine lassen. Frauchen zwei arbeitet aber noch an dem Hinterherlaufen, also da ist das Ganze extrem, weil die Hündin sehr fixiert ist auf Frauchen zwei. So, das heißt, wenn Frauchen zwei jetzt rangeht und sagt, komm, wir üben jetzt das Alleinbleiben, dann fällt es der Hündin sehr viel schwerer, als wenn Frauchen eins das macht. Die hatten das auch zum Beispiel letztens, dass Frauchen zwei schon weggegangen ist. Die haben das dann überbrückt, dass dann das Frauchen eins mit der Hündin rausgeht, damit sie das aktive Verlassen nicht so mitbekommt. Dann ist sie wieder reingekommen und Frauchen eins, wo’s besser funktioniert, hat die Hündin alleine gelassen.

Frauchen zwei war, wie gesagt, schon weg und dann hat das Alleinbleiben für zweieinhalb Stunden super funktioniert. So, am nächsten Tag will Frauchen zwei mit ihr trainieren und da funktioniert es dann halt absolut noch nicht so gut, dass sie rausgehen kann, sondern sie arbeitet wie gesagt innerhalb der Wohnung und so bauen die das eben auch zweigleisig auf. So festigen sie schon die längeren Abwesenheiten, was auch super wichtig ist. Aber Frauchen zwei übt eben mit der Hündin noch kleinschrittiger, damit Sie die Hündin eben auch langfristig alleine lassen kann.

Eine ganz schwierige Alleinbleiben-Frage, die ich bekommen habe, die man so auch nicht per se beantworten kann, ist:

Frage 6: Gibt es Hunde, die nie lernen, allein zu bleiben?

Erkennt man es frühzeitig oder erst im Laufe des Trainings und woran?

Eine Studie hat herausgefunden, dass 75 Prozent der Hunde von ihrem Trennungsstress befreit werden können, also theoretisch laut der Studie
gibt es 25 Prozent der Hunde, die es nicht schaffen. Ich finde die Frage aber so super schwierig, weil die ja auch super individuell ist, denn ab wann gilt es, „Mein Hund kann nicht alleine bleiben“ oder mein „Hund kann alleine bleiben“? Also ab wann tritt für einen selbst die Erkenntnis ein, mein Hund wird es nicht lernen, ist das, wenn man Null Fortschritte macht oder ist das, wenn man seine Zielzeit von fünf Stunden nicht erreicht? Oder ist das, wenn der Hund es nur schafft, einmal am Tag alleine zu bleiben?

Also das ist ja sehr, sehr individuell und was ich dazu sagen kann, ist, dass ich noch nie einen Hund im Training hatte, der keinerlei Fortschritte gemacht hat. Die Personen, die bei mir im Training sind, wissen aber, dass die Fortschritte super unterschiedlich sind. Dass es Hunde gibt, die recht schnelle Fortschritte machen, dass es aber auch Hunde gibt, bei denen dauert das deutlich länger, weil die natürlich mit einem unterschiedlichen Schweregrad auch starten. Die einen starten mit einer massiven Trennungsangst, haben also schon wirklich Panik, wenn sie bei anderen Menschen sind. Bei den anderen ist es so, dass sie vielleicht schon starten und der Hund kann schon zehn Minuten entspannt komplett alleine bleiben.

Ich hatte allerdings noch nie einen Hund, wo ich sagen musste, okay, hier haben wir überhaupt keinen einzigen Fortschritt gemacht. Und man kann halt auch immer noch zusätzlich unterstützen. In einigen Fällen tun wir das auch, zum Beispiel medikamentös, wenn wir merken, okay, wir erreichen immer ein Plateau. Wir kommen da nicht weiter oder der Hund hat so viele Stressreize im Außen, dass wir einfach das im Training so stark merken und dass das Training so stark blockiert. Wenn der Hund grundsätzlich super stressanfällig ist, dann gibt es auch die Möglichkeit, mit dem Tierarzt zusammenzuarbeiten und da eine gewisse Zeit lang auch medikamentös zu unterstützen, um den Hund überhaupt in eine Position zu bekommen, wo er aufnahmefähig ist, wo er ansprechbar ist für das Training.

Wo er grundsätzlich nicht mehr so angst anfällig ist, er von dem Training völlig überfordert ist oder auch von den Dingen außerhalb des Trainings, die sich dann im Training natürlich widerspiegeln. Das ist etwas, was man vorübergehend macht und wo man eben eng auch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zusammenarbeitet, sodass die Dosierung eben stimmt und dass der Hund jetzt nicht irgendwie negative Verhaltensweisen dadurch zeigt oder apathisch in der Ecke liegt. Davor braucht man auch keine Angst haben, sondern man stellt den Hund da ganz, ganz fein ein und unterstützt ihn dann für eine gewisse Zeit, um eben dem Hund ja eine Entspannung mehr zu ermöglichen im Alltag und natürlich auch im Training.

Die letzte Alleinbleiben-Frage für heute, die habe ich mir zum Schluss aufbewahrt, die kamen tatsächlich häufig. Da kann ich auch tatsächlich selbst ein bisschen erzählen, wie’s bei mir sein wird, weil das Thema für mich selbst ansteht und zwar ging die Frage in Richtung Umzüge.

Frage 7: Wir ziehen um und haben ohnehin Probleme mit dem Alleinbleiben. Gibt es hier irgendwelche Tipps, wie man nach dem Umzug das Training möglichst entspannt gestalten kann?

Ich selbst, vielleicht hast du’s ja mitbekommen, ziehe auch gerade um. Das heißt, für mich steht das Thema auch an. Dadurch, dass ich aber relativ viel unterwegs bin und auch letztes Jahr viel unterwegs war und Seven meistens mitkommt, habe ich mit ihr, nachdem ich das Alleinbleiben zu Hause aufgebaut habe, schon immer angefangen, das auch woanders aufzubauen und ich weiß mittlerweile, dass es bei ihr ganz gut funktioniert. Ich kann mittlerweile gut einschätzen, wie lange braucht sie, um anzukommen und wie baue ich das Training dort auf.

Ich gebe dir den Tipp, deinen Hund erstmal ankommen zu lassen, weil je nach Typ Hund kann das auch sehr, sehr stressig sein, so ein Umzug, weil es ist eine komplett neue Umgebung. Die Möbel stehen dann ja auch komplett anders. Ihr seid selbst gestresst. Ich meine, so ein Umzug ist meistens nicht so die totale Entspannung für einen selbst. Das überträgt sich natürlich auch auf den Hund und ihr müsst alle erst mal ankommen. Das heißt, ich würde zu Beginn schauen, okay, den Hund ankommen lassen, dann mal schauen, hey, wo hält er sich gerne auf? Und dann würde ich dort den Ruheplatz noch mal aufbauen.

Es kann sein, wenn du einen Ruheplatz mitnimmst, den dein Hund schon gut annimmt, dass es gut funktioniert von Anfang an, dass du da merkst, okay, den nimmt er super an, der ist gut positiv verknüpft, dann kannst du damit super arbeiten. Dann würde ich noch mal mit den Basics starten und so ein bisschen immer antesten, was gut funktioniert. Das heißt, wenn jetzt in einer alten Wohnung zum Beispiel bei 15 Minuten außer Haus warst, würde ich nicht direkt reingehen und sagen, okay, du bist jetzt 15 Minuten alleine. Das hat ja auch in der alten Wohnung gut funktioniert, sondern ich würde erst mal schauen, okay kommt der Hund gut zurecht, wenn ich das Zimmer verlasse, kommt er gut zurecht, wenn ich die Zimmertür schließe, ist er entspannt, also da einfach wirklich noch mal kleinschrittiger rangehen.

Häufig ist es so, dass es dann auch relativ schnell vorangeht. Ein großer Fehler wäre, weil so entsteht teilweise auch Trennungsstress, eben rauszugehen, den Hund einfach alleine zu lassen, weil man davon ausgeht, die Zeit sitzt ja und das funktioniert sowieso und dann kann es eben passieren, dass der Hund dadurch Stress entwickelt oder sich das verschlimmert. Bei uns wird’s jetzt zum Beispiel so sein, dass wir nach Tarifa gehen und uns dort auch eine Wohnung holen und dann mache ich es zum Beispiel so, dass ich eben auch ihren Entspannungsplatz hier einmal mitnehme, den werde ich dann dort irgendwo in der Wohnung hinlegen und dann lasse ich sie erst mal ein paar Tage ankommen und nehme sie da ein paar Tage überall mit hin und wenn ich merke, Seven ist angekommen – das merke ich immer ganz klar, wenn sie anfängt, sich im Körbchen oder in auf ihrem Platz auf’m Rücken zu drehen, dann weiß ich immer, alles klar, die ist jetzt zu Hause hier – dann fange ich an, je nachdem wie groß die Wohnung eben auch ist, mal in andere Räume zu gehen.

Die Türen mal zu schließen und dann auch nach und nach aus der Haustür rauszugehen und bei ihr ist es dann meistens so, dass sie schnell merkt, okay, alles klar, passt für mich und dann fange ich auch an, die Zeiten zu erhöhen, aber auch nicht gleich auf vier Stunden, sondern dann mal eine halbe Stunde, Stunde, anderthalb Stunden. Also ich mache das dann, das Training, was ich mit ihr gemacht habe, sozusagen im Schnelldurchlauf. Und den Tipp kann ich dir eben auch geben. Je nachdem, wo ihr auch gerade steht.

Das waren die Alleinbleiben-Fragen für diese Q&A-Folge. Ich hoffe, du konntest viel daraus mitnehmen und ich freue mich schon auf die nächste Q&A-Folge, die wird in zwei Monaten sein. Das heißt, wir haben die nächste Q&A-Folge Ende April und ich werde vorher noch mal eine E-Mail rumschicken, dass du wieder die Möglichkeit hast, Fragen zu stellen und auch das auf Instagram teilen und dann freue ich mich riesig auf die nächsten Fragen von euch und wünsche euch noch einen schönen Tag.

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